Blutiges Wochenende

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Zwischen Samstagmorgen 3 Uhr und Sonntagnachmittag 18 Uhr wurden in Oakland sechs Menschen erschossen, drei weitere schwer verletzt. In San Francisco gab es zwei Morde. Ein blutiges Wochenende liegt hinter uns. Und nun sitzen die Verantwortlichen im Rathaus mal wieder da und überlegen, was zu tun ist. Der Bürgermeister Ron Dellums, ein früherer Kongressabgeordneter und US weit bekannter Demokrat, wundert sich, dass seine Gewaltpräventionspläne nicht greifen, ist sich aber sicher, dass das schon noch klappt. Pustekuchen! Dellums ist ein Vertrauter von Hillary Clinton und hat sich in den letzten Monaten lieber in Sachen Wahlkampf rumgetrieben, als sich um die Probleme daheim zu kümmern. Die waren ihm zu profan, klar, hier die potentielle Präsidentschaftskandidatin in deren Kabinett man sitzen möchte und da eine olle Stadt im Schatten von San Francisco, wo so gut wie gar nichts voran geht.

Sechs Morde in weniger als 40 Stunden ist ein  neuer Höhepunkt, aber grundsätzlich nichts neues für diese Stadt. Seit nunmehr neun Jahren lebe ich in Oakland und jedes Jahr ist die Mordrate hoch, zu hoch…2007 lag sie bei fast 150 Toten. Nicht berücksichtigt sind dabei die überlebenden Opfer von Gewaltkriminalität, die in dieser nationalweit beachteten Statistik überhaupt nicht auftauchen.

Seitdem ich hier lebe wird ständig über dieses Thema gesprochen, aber ausser vielen Worten geschieht nichts. Bürgermeister kamen und gingen. Polizeipräsidenten kamen und gingen. Strategien wurden angedacht, umgesetzt und ziemlich bald als gescheitert erklärt, denn es fehlt die Geschlossenheit in der Stadt, der Wille gemeinsam an einem Strang zu ziehen.

Kaum eine Kommune ist so zerstritten wie Oakland. Da kämpft die Stadtverwaltung gegen Stadträte (Supervisors), Bürgermeister gegen Gott-weiss-wen und lokale Persönlichkeiten untereinander. Und unterdessen wird auf den Strassen der Stadt weiter rumgeballert und gemordet. Hier gibt es Stadtteile, die meidet man lieber, denn ein „Drive by shooting“ könnte jederzeit passieren und dann wäre man vielleicht zur falschen Zeit am falschen Ort das falsche Opfer.

Sechs Morde und mehrere Schwerverletzte mit Schusswunden in weniger als 40 Stunden und jeder zuckt nur mit den Schultern. Die Polizei und Sonderkommissionen für Bandenkriminalität schwärmen nun aus. An die eigentlichen Gründe für die Wild-West Knallerei in der Stadt traut sich jedoch keiner, denn niemand, der den Willen zur Veränderung hat, hat auch den Rückhalt in Oakland.
Was würde in Nürnberg passieren, wenn sich solch eine Gewaltspirale immer schneller drehen würde….

0 Kommentare in “Blutiges Wochenende

  1. Wie kann so was passieren? Da äußerte sich der Vorsitzende US-Demokrat Edwards dazu: nicht Obama seine Stimme geben zu wollen, sondern nur Clinton. Betohnung liegt auf nur Clinton… und plötzlich wird er einfach so erschossen… Dieser Komplott stinkt gewaltig!!!

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