Tödlicher Irrtum mit verheerenden Folgen

Am Neujahrstag kam es auf der Plattform der BART Station in Oakland-Fruitvale, einer U-Bahn in der San Francisco Bay Area, zu einem tödlichen Zwischenfall. BART Polizei war im Einsatz und wollte einige Personen festnehmen, darunter auch Oscar Grant. Der 22jährige Afro-Amerikaner lag bereits mit gefesselten Händen auf dem Boden, als sich zwei Polizisten über ihn knieten. Und dann geschah etwas, was keiner so richtig nachvollziehen kann. Einer der Einsatzkräfte, der 27jährige Johannes Mehserle, zog seine Waffe und schoss auf den liegenden Mann. Unklar ist, ob er seine „Taser-Gun“, ein elektrisches Schockgerät, ziehen wollte oder mit Absicht zur Schussfeuerwaffe griff.

Der Vorfall wäre wohl nicht in der Breite bekannt geworden, hätten nicht einige Passanten alles mit ihren Handy-Kameras aufgezeichnet und die Videos ins Internet gestellt. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft ermittelt, aber die offene Frage bleibt, warum Mehserle den tödlichen Schuss abfeuerte. Gegen den Polizisten gab es bereits mehrere Morddrohungen. Ein Sprecher der BART Polizei verurteilte jene Passanten, die die Videos online stellten, sie verletzten die Privatsphären des Polizisten und des Opfers und behindere nur die Ermittlungen.

Alles wirkt derzeit wie ein Pulverfass, das kurz vor dem Explodieren ist. Lokale Gemeindeführer und Bürgermeister rufen zur Ruhe auf. Viel hängt wohl davon ab, wie die Ermittlungen weiter gehen, denn dieser Vorfall hat die potentielle Sprengkraft des brutalen Polizeiübergriffes auf Rodney King 1991, die zu den sogenannten „LA Riots“ führten.

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0 Kommentare in “Tödlicher Irrtum mit verheerenden Folgen

  1. „Quatsch! Klarer Fall von Notwehr, da wird sich auch kein Richter von diesem Video in die Irreleiten lassen“

    Ja, diese Art von „Notwehr“ nennt sich Staatsterrorismus.

  2. Die Haltestelle hieß „Fruitvale“, soweit ich das erkennen konnte…wie symbolhaft…wir ernten, was wir säen. Diese Gewalt sind die Früchte jahrelanger ungelöster und nur aufgeschobener Konflikte. Wir sind ganz unten im Tal der Tränen angekommen.

    Selbstverständlich was das keine Notwehr, aber es war eine Tötung im Affekt. Die Polizei scheint dermaßen überfordert, dass es einem Angst und Bange wird. Kein normaler Mensch würde bei so viel Publikum drumherum einen Schuss aus nächster Nähe abgeben, wenn er nicht gerade einen Komplett-Aussetzer hatte. Und das war hier der Fall. Mir tut die Familie des Opfers unendlich leid. Aber auch bei dem Gedanken an den Täter krieg ich Herzrasen. Der wird keine Nacht mehr ruhig schlafen können… What a tragedy!

  3. Es ist mir schier unbegreiflich, wie es möglich ist, daß die Nürnberger Zeitung den Vorfall der Erschießung Oskar Grants in Oakland durch einen BART-Polizisten unter den euphemischen Titel «Tödlicher Irrtum mit verheerenden Folgen» bringen kann. Da hat ein Polizist einen gefesselten mit dem Bauch auf dem Boden liegenden jungen Mann von hinten einfach erschossen, und Sie schwafeln von einem tödlichen Irrtum, bevor der Fall überhaupt ordentlich untersucht wurde?? – So etwas nenne ich, Dreck unter den Teppech kehren. – Welcher Journalist ist für den Wortlaut dieses Titels verantwortlich? – Ihm sollte man in Zukunft kein Wort mehr glauben.

  4. Auch wenn es nur ein Versehen gewesen sein soll. Solchen Leuten sollte man auch keinen Taser-Einsatz erlauben. Taser sind keine ungefährlichen „Betäubungsgewehre“, wie man uns glauben machen will, sondern – das haben etliche Vorfälle gezeigt – tödliche Waffen. Solche gehören, so oder so, nicht in die Hände von überforderten Polizisten.

  5. Der polizist gehört als Warnung für dieviel zu vielen schiesswütigen Cops in den USA lebenslang weggesperrt.
    Wahrscheinlich wird ihm aber gar nichts passieren. Ungerechte Welt

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