Die Alten auf Jobsuche

Alle reden von Obama, aber was macht eigentlich sein Vorgänger? Was machen seine engsten Vertrauten Rove, Cheney, Rice?

Der derzeit arbeitslose George W. Bush ist derzeit in Dallas, Texas, damit beschäftigt, eine neues Heim einzurichten. Ein Heimwerkermarkt schaltete daraufhin in einer Tageszeitung einen offenen Brief an den früheren Präsidenten. Darin wurde Bush ein Job als „Begrüsser“ im Laden angeboten. Und Bush tauchte am vergangenen Samstag auch wirklich auf und „bewarb“ sich um den Job. Mitarbeiter und Kunden waren vom lockeren Ex-Präsidenten begeistert.

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Doch George W. Bush hat derzeit andere Pläne, als Kunden in einem Heimwerkermarkt zu begrüssen. Er will nun dick Kohle machen und plant eine ausführliche Vortragsreise. Auch arbeite er an einem Buch über seine Präsidentschaft, heisst es. Stellt sich die Frage, ob die amerikanische und die Weltöffentlichkeit wirklich das Interesse an Bushs Versionen der Dinge in den letzten acht Jahren hat.

Die letzte Bush-Aussenministerin, Condoleezza Rice, setzte nach ihrem Ausscheiden schnell ihre Unterschrift unter einen Vertrag mit einer Talent-Agentur und tingelte gut bezahlt durch verschiedene Tallk-Sendungen. Dort plauderte sie ein bisschen aus dem Nähkästchen, aber stand auch weiterhin zu ihrem früheren Boss. Kein Wort der Kritik drang über ihre Lippen. Und Rice handelte einen 2,5 Millionen Dollar Buchdeal raus. Also, auch von ihr wird in Zukunft zu hören sein.

Dick Cheney, der knarzige und humorlose Ex-Vize, konnte es einfach nicht sein lassen und ballerte gleich nach Abgabe seines Büroschlüssels gegen die neue Adminstration. Die Schliessung von Guantanamo sei ein riesiger Fehler, der Folgen für die Sicherheit Amerikas mit sich bringe. Wörtlich sagte er einem konservativen Outlet: Der Schutz des Landes ist „ein hartes, brutales, dreckiges und fieses Geschäft. Das sind teuflische Menschen. Und wir werden diesen Kampf nicht gewinnen, wenn wir auch noch unsere andere Wange hinhalten“. Also keine Einsicht oder Rückbesinnung auf amerikanische Werte bei Cheney. Mit der offenen Kritik an dem Nachfolger im Weissen Haus brach der Ex-Vize auch mit einer Regel, dem Neuen im Amt erstmal eine Chance zu geben. Aber mal ehrlich, von Cheney hat man doch nichts anderes erwartet!

Und Karl Rove, der hochgelobte Architekt der Bush-Amtszeit. Der brillante Wahlkämpfer und Stratege hinter George W. Bush? Er musste 2007 frühzeitig seinen Schreibtisch im Weissen Haus räumen. Kurz darauf trat er bereits als vielbeachteter und gefeierter Kommentator in diversen konservativen Sendern und Zeitungen in Erscheinung, allen voran FOX News und das Wall Street Journal.

Es scheint, alle aus der Bush-Administration sind weich gelandet, und das trotz des katastrophalen Zustandes, in der sie die Machtzentrale Amerikas zurück gelassen haben.

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