Die Druckerschwärze schwindet

Die Nachricht ist katastrophal. Der San Francisco Chronicle, eine alteingesessene Zeitung, die auflagenstärkste in Nordkalifornien steht vor dem Aus. Die Besitzer, die Hearst Gruppe, haben nun dem Herausgeber unumwunden das Messer auf die Brust gesetzt. Entweder man setzt sich mit Arbeitnehmervertretungen an einen Tisch und spart oder die letzte Ausgabe werde gedruckt.

Der Grund ist klar. Alleine 2008 machte der Chronicle 50 Millionen Miese. In diesem Jahr wird sogar noch mit einem grösseren Loch in der Kasse gerechnet. Erst im Jahr 2000 kaufte die Hearst Gruppe, zu der 15 Tageszeitungen in den USA gehören, das Blatt. Kurz danach platzte die Blase der High Tech Industrie und damit gingen wichtige Werbeeinnahmen verloren. Hinzu kommt, dass das Abo für den Chronicle weit unter den Produktionskosten liegt. Derzeit zahlt man dafür 7,95 Dollar pro Woche, eigentlich müsste es für die sieben Ausgaben doppelt so hoch sein.

Hearst meint es ernst mit der Drohung. Bereits im Januar wurde angekündigt, falls sich bis März kein Käufer für den Seattle Post-Intelligencer finde, werde das Blatt eingestampft. Bislang blieb die Suche vergebens. Der amerikanische Zeitungsmarkt wird derzeit in seinen Grundfesten durchgeschüttelt und man geht davon aus, dass am Ende nur wenige „Daily Newspapers“ übrigbleiben. Weniger Leser und schwindende Werbeeinnahmen führen zu Kosteneinsparungen, die sich wiederum in aufgekündigten Abos bemerkbar machen, die dann zu weniger Anzeigen führen, ein Teufelskreis, der weitreichend ist. Und nicht nur das. Zum Chronicle Unternehmen gehört auch die Webseite sfgate.com, eine der erfolgreichsten Nachrichtenseiten in den USA. Doch diese speist sich aus den redaktionellen Beiträgen der rund 275 Mitarbeiter des San Francisco Chronicle. Mit den Kürzungen und dem eventuellen Aus bei der Zeitung wäre auch der Erfolg online in Frage gestellt.

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