Interviewleiden

Jeder Journalist erlebt Interviews, die man eigentlich ganz schnell wieder beenden möchte. Und das liegt oftmals an Gesprächspartnern, die einem ganz deutlich zu verstehen geben, dass sie einen oder die Situation  nicht mögen. Gerade sogenannte Stars oder Prominente lassen einen auflaufen und verhalten sich manchmal im Interview wie die totalen Pappnasen. Anders kann man es gar nicht beschreiben.

Ein Kollege erzählte mir einmal von einem Interview mit Arnold Schwarzenegger. Der bestand darauf, dass im winterlichen Hamburg das Hotelfenster offen zu sein habe. Die Antworten fielen dann auch eher unterkühlt und knapp aus. Ich durfte vor einigen Jahren einmal den damaligen Bundesverteidigungsminister Volker Rühe interviewen, der hier in Kalifornien weilte. Natürlich ging es in dem Interview auch ein bisschen um die Situation der CDU, die damals in den Umfragewerten im Keller lag. Auf die Frage, wie die CDU denn noch vor den Wahlen aus dem Tief kommen wolle, blickte mich Rühe an und meinte dann; „Sie haben wohl zu viel kalifornischen Wein getrunken. Die CDU ist eine starke Partei.“ Ich hätte ihm ja zu gerne ein paar Monate später nach der Abwahl von Kanzler Kohl diesen Soundclip zugeschickt, aber man soll ja nicht nachtreten.

Aber das seit langem beste Interview mit einem gelangweilten Star hat wohl der Moderator des kanadischen CBC Radios geführt. Als Gast hatte er Schauspieler und Musiker Billy Bob Thornton:

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0 Kommentare in “Interviewleiden

  1. Na, das macht mir ja unheimlich Mut für mein Interview, das ich in ein paar Stunden mit dem Leiter der städtischen Museen in Nürnberg führen muss! Wir treffen uns in der „Meisengeige“, der ersten Kinokneipe Nürnbergs. Wenn das auch so prima läuft wie in dem Video, kann ich mir wenigstens gleich die Kante geben.

  2. Hut ab vor diesem Moderator! Billy Bob Thornton ist der Albtrauminterviewpartner….Er macht den Eindruck, dass er nur deshalb ins Studio gekommen ist, um den Moderator auflaufen zu lassen…DER bewahrt aber auf bewundernswerte Art seine Contenance. Ich wuerde zu gerne seine Gedanken lesen 🙂

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