Rwanda goes USA

Na, ist doch auch mal schön, dass mir ein Präsident folgt. Wobei, das stimmt ja nicht ganz. Ruandas Paul Kagame flog sicherlich angenehmer über den grossen Teich als ich, eingequetscht in einer Air France Maschine im Economy Bereich, mal heiss, mal kalt….wo liegt eigentlich die Schwierigkeit im Flugzeug eine konstante Temperatur zu halten???

Und Ruandas Präsident ist sicherlich nicht Air France geflogen, denn nach wie vor haben Frankreich und Ruanda keine diplomatischen Beziehungen miteinander. Das liegt am Verhalten vor, während und nach der Zeit des Genozids 1994. Frankreich hat da richtig dick Dreck am Stecken. Sie haben die Hutu Milizen militärisch ausgebildet, die später Hunderttausende Tutsis abschlachteten. Die Franzosen blockierten auch – gemeinsam mit den Amerikanern – im Weltsicherheitsrat eine Entscheidung zum Völkermord in Ruanda, was das Blutbad nur noch verstärkte. Und die Franzosen bildeten am Ende eine Sicherheitszone im Südwesten des Landes, um vor allem alte Kameraden der Hutu Milizen vor dem Zugriff der Tutsi RPF Truppen zu schützen. Da käme so ein Transatlantikflug mit Air France für den ruandischen Präsidenten wohl nicht so gut.

Paul Kagame, Michelle Obama, Barack ObamaUnd nun ist Paul Kagame wieder in den USA. Er wurde von Präsident Barack Obama empfangen, kam zu Gesprächen mit allerhand Regierungs- und Parlamentsvertretern zusammen und erhielt von Bill Clintons „Clinton Global Initiative (CGI)“ eine Auszeichnung für herausragende Leistungen. Bill Clinton in seiner Begründung: „Der grosse Sieg Ruandas war ein Sieg des Geistes und des Willens. Und Paul Kagame befreite die Herzen und die Köpfe seines Volkes, um nach vorne zu denken“. Hätte Bill Clinton mal so 1994 gedacht und sich damals für die „Herzen und die Köpfe“ des ruandischen Volkes eingesetzt. Er hätte einige retten können. Doch Clinton stand innenpolitisch nach dem Fiasko in Somalia unter Druck und wollte auf keinen Fall amerikanische Soldaten in das blutige Chaos von Ruanda schicken. Das Ergebnis: Mindestens 800.000 „Herzen und Köpfe“ weniger.

Die grossen westlichen Nationen und die Gemeinschaften wie UN und EU haben damals total versagt, ja, haben billigend auf das Schlachthaus Ruanda geblickt. Es gibt noch viel darüber zu berichten, was genau vor 15 Jahren geschah…oder eben nicht geschah.

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