Zum Kaffee mit der Knarre
30. Januar 2010 von peltner
“Peet’s Coffee” und “California Pizza Kitchen” haben nun in ihren Läden Schilder aufgehängt: Knarren sind in ihren Geschäften nicht länger erlaubt. Eigentlich ist das offene Tragen von Handfeuerwaffen in Kalifornien verboten. Doch eine Bewegung, die sich “Open Carry” nennt, umgeht dieses Gesetz einfach. Und das legal. Denn es heisst, niemand darf eine Schusswaffe tragen, die geladen ist. Also führen die “Open Carry” Unterstützer nur eine Knarre mit sich, aber eben entladen. Das ganze wirkt etwa so wie beim Kinderfasching, wenn die kleinen Cowboys mit ihren Halftern rummarschieren und hin und wieder mal die Platzpatronenpistole ziehen.
Die Waffennarren begründen ihr Verhalten mit der amerikanischen Verfassung, in der es heisst, jeder Bürger habe das Recht “to bear arms”, also bewaffnet zu sein. Diese paar Worte sind natürlich dehnbar und schon lange nicht mehr zeitgemäss, doch konservative Verfassungsausleger meinen, damit habe jeder Amerikaner das Recht einen auf John Wayne zu machen. Also latschen die “Open Carry” Mitglieder wie stolze Kinder am Rosenmontag mit ihren Ballermännern durch die Gegend und freuen sich über die Reaktionen. Und die kommen zuhauf. Schräge Blicke, Fragen, Diskussionen. Immer mal wieder wird die Polizei gerufen, doch die muss nach einer Kontrolle der Pistole und der Person von dannen ziehen. Zur Freude des Trägers und seiner Kumpel, die damit, wie sie meinen, die amerikanische Verfassung verteidigen und ach so patriotisch sind.
Das folgende Video gibt etwas diese Pannen Diskussion über das öffentliche Waffentragen wider:
