Obama am Ende

So könnten am Montag die Schlagzeilen lauten, wenn das eintritt, was einige erwarten. Am Sonntag stimmt der US Kongress über die überarbeitete Gesundheitsreform ab. Ein Grossteil der Demokraten ist dafür, alle Republikaner dagegen und einige Demokraten wissen noch nicht genau, ob sie genug Mumm haben, um für das Gesetzeswerk zu stimmen. Es geht um alles für Präsident Barack Obama, für die Demokraten und auch für Amerika. Denn wenn die Gesundheitsreform nicht endlich in die Gänge kommt, wird sich die Situation für viele Amerikaner veschlechtern. Aber, wenn die Reform nicht angenommen werden sollte, wäre das auch zweifellos das Ende der Ära Obama. Er hat all seine politische Kraft und seinen Einfluss in die Waagschale geworfen, falls das nichts nützt, ist es aus mit dem „Hope“ und dem „Change“. Dann kann sich Amerika schon mal nach einem neuen Präsidenten umsehen. Barack ObamaObama kämpft bis zur letzten Minute, krempelt die Hemdsärmel hoch und pilgert von einer Veranstaltung zur nächsten. Am Samstagabend trifft er sich nochmals mit den Demokraten im Kongress, um ihnen ins Gewissen zu reden. Es geht um viel mehr, als nur um eine Reform. Es geht auch darum, ob die Demokraten sich noch als Partei der Arbeiter und des Mittelstandes sehen dürfen. Darum, ob sie Rückgrat zeigen und den Republikanern mit ihren platten und, ja, hinterfotzigen Drohungen die Stirn zeigen.

Die Republikaner lehnen die Reform ab, einfach weil sie es wollen und weil sie von Obama kommt. Der offene Hass gegen diesen Präsidenten ist schon erstaunlich. Sie reden von Patriotismus, erkennen aber Wahlergebnisse nicht an und blockieren den eigenen Präsidenten wo es nur geht. Auch wenn jeder in den USA weiss, der als Normalsterblicher schon mal beim Arzt oder im Krankenhaus war, dass es so nicht weitergehen kann. Ohne Umschweife drohen die Republikaner damit, dass jeder Demokrat, der am Sonntag für die Gesundheitsreform stimmt, im Herbst bei den Kongresswahlen durchfällt. Deshalb haben sie von Anfang an eine Verleumdungs- und Irreführungskampagne gestartet, die Tatsachen und Sachverhalte total verdreht. Es geht nicht um die Information der Bürger, sondern um politische Grabenkämpfe. Wichtig ist der Grand Old Party nur, dass dieser verhasste Präsident zu Fall kommt oder zumindest ins Abseits gedrängt wird. Und etliche der demokratischen Abgeordneten haben die Hosen gestrichen voll. Sie wollen lieber ihren Job und die Wiederwahl garantieren, als das richtige für Amerika und die Amerikaner zu tun. Der amerikanische Politzirkus wird in diesen Tagen zur Horrorshow.

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0 Kommentare in “Obama am Ende

  1. „Yes, we can“ war wohl gestern. Man darf ja nicht vergessen, dass ein großer Anteil der weißen Demokraten in den USA mit einem schwarzen Präsidenten auch nichts anfangen kann. Und die Wirtschaftskrise geht weiter, auch das wird Obama irgendwann angekreidet. Standartvorgehen für einen Präsidenten in diesem Fall wäre es irgendwo auf der Welt einen Krieg zu beginnen. Dumm nur, dass die Truppen im Irak stehen und auch sonst kein Geld da ist. Wer da clever ist stampft das Gesundheitsprojekt einfach ein. Sollen die Leute in den USA doch selber schauen, wie sie ihren Arzt bezahlen.

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