Was fehlt ist der Mordaufruf

Die Rechte in den USA flippt aus. Barack Obama ist ein gutes Jahr im Amt, mit der Gesundheitsreform hat er endlich was vorzuweisen, nun kam der Abrüstungsbeschluss mit Russland. Darin wird festgelegt, dass beide Seiten ihre Nukleararsenale um 30 Prozent verringern. Etwas, was auch schon der von den Republikanern als Halbgott verehrte Ronald Reagan in den 80er Jahren anstrebte:

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Doch Obama wird die Forderung nach der Reduzierung der nuklearen Waffen als Schwäche ausgelegt, auch wenn das verbleibende Waffenarsenal die Welt um ein vielfaches zerstören könnte. 30 Prozent weniger, so die Quasselköpfe der rechten Talk Shows, machten Amerika zu einem Ziel von Terrorstaaten. Mit bewussten Falschmeldungen greifen konservative Medien, allen voran FOX News, den Präsidenten an. Sean Hannity beschimpft Barack Obama als „Sozialisten“. Der frühere Sprecher des  US Kongresses Newt Gingrich erklärt, Obama sei „der radikalste aller Präsidenten“. Der selbsternannte Moralapostel und heimliche Führer der Republikaner, Rush Limbaugh, predigt seiner Hörerschaft, Obama „fügt diesem grossartigem Land unsagbaren Schaden zu“. Die Hoffnungsträgerin der Grand Old Party, Sarah Palin, weiss ja eh immer alles besser. Jene Frau, die im Wahlkampf als Erfahrungen in der Aussenpolitik angab, von Alaska aus Russland sehen zu können, spricht dem Präsidenten schlichtweg seine Entscheidungsfähigkeit in Fragen der Nuklearabschreckung ab. Er habe die wohl als „Community Organzier“ gelernt. Die Tochter von Grummel-Grummel Dick Cheney, Liz Cheney, die derzeit hinter den Kulissen die republikanische Partei auf einen Rechtskurs bringen will, erklärte, Obama bringe Amerika auf einen „Weg des Verfalls“.

Getoppt wurden diese Äusserungen nur noch von den Hass-Predigern, den Talk Radio Moderatoren Mark Levin und Michael Savage. Der eine meinte in seiner Sendung, Barack Obama sei das „näheste an einem Diktator, was wir jemals hatten“. Der andere hetzte „Obama der Zerstörer“.

Das schlimme an allem ist, diese Leute erreichen über die Talk Sendungen im Fernsehen und Radio Millionen von Menschen. Die Situation in den USA ist aufgeheizt. Und die Moderatoren schüren mit ihren Falschmeldungen und ihren provokanten Sprüchen noch den Hass auf den ungeliebten demokratischen Präsidenten. Das einzige was fehlt ist die offene Aufforderung zum Abschuss.

0 Kommentare in “Was fehlt ist der Mordaufruf

  1. Die Sorge, dass Obama einem Attentat zum Opfer fallen könnte, habe ich schon seit seinem Amtsantritt – allein schon seiner Hautfarbe wegen. Gibt es denn in diesem Land keine Möglichkeit, diesen „Hasspredigern“ das Maul zu stopfen? Ich habe wirklich Angst, dass es – auch ohne direkte Aufforderung – zum „Abschuss“ von Obama kommt.

  2. Der Ton hat sich in den USA verschaerft. Mit FOX News und all den Talk Radio Shows hat die Rechte in den USA ein Forum, ueber das sie Millionen von Amerikanern erreicht. Alleine Rush Limbaugh wird auf nahezu 500 Stationen ausgestrahlt. Wenn man hier uebers breite Land faehrt, sind diese Sendungen oftmals das einzige, was man im Radio findet.
    Sie ruhigstellen geht nicht, die Meinungsfreiheit ist ein heiliges Gut in den USA. Und so lange sie nicht zu Gewalttaten aufrufen, wird ihnen nichts passieren.
    Viel schlimmer finde ich solche Leute wie Sarah Palin oder Newt Gingrich, die oeffentliche Aemter anstreben. Beide gelten als Praesidentschaftskandidaten 2012. Diese billige Polemik einer Sarah Palin und ihr Erfolg mit dummdreisten Spruechen ist erschreckend.
    Ich bin mir sicher, dass der Secret Service mit Barack Obama den schwierigsten Job in seiner Geschichte hat.

  3. Man sollte nicht vergessen, daß in den USA die Meinungsfreiheit höher gewichtet wird als die Würde des Menschen, die bekanntlich in Deutschland unantastbar ist. Darum kann jeder so ziemlich alles sagen ohne sich dabei juristisch angreifbar zu machen. In Deutschland herrscht dagegen keine komplette Meinungsfreiheit. Bestimmte Meinungen und Publikationen – besonders – aus der Zeit von 1933-45 unterliegen Beschränkungen.

    Ich würde die politische Kultur der USA nicht unterschätzen. Die schärfsten Kritiker von George W. Bush kamen aus dem Inland. Genauso ist es auch mit Bam.
    Hier gibt es wenigstens Politiker die öffentlich Meinungen vertreten, die vielleicht nicht so korrekt sind. Wenigstens wird das nicht mit der deutschen Konsenssoße zugedeckt sondern in den Medien ausgefochten.

  4. Die Meinungsfreiheit und die Wuerde des Menschen liegen im Grundsatz gar nicht so weit auseinander. Manchmal waere es gut in den USA, wenn sie – wie im Fall von Praesiden Obama – naeher zusammen liegen wuerden.

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