Politik auf kalifornisch

Diese Woche gab es mal wieder Vorwahlen in den USA. Und Kalifornien hat dabei erneut Maßstäbe gesetzt. Die frühere ebay Chefin, Meg Whitman, will kalifornische Gouverneurin werden und walzt alles aus dem Weg, was da aus den politischen Löchern guckt.

Meg WhitmanRund 81 Millionen Dollar hat Whitman im Vorwahlkampf verprasst, um sich die Kandidatur ihrer Partei, der Republikaner, zu sichern. Einundachtzigmillionen Dollar! Das ist ein gehöriger Batzen Geld. Interessanter ist noch die Tatsache, dass die 53jährige knapp 71 Millionen Dollar aus ihrem eigenen Vermögen beigesteuert hat. Ja, Meg Whitman wurde durch den Erfolg von ebay zur Milliardärin und kauft sich jetzt quasi das Büro des Gouverneurs.

Nun hat sie die Kandidatur in der Tasche und startet bereits den nächsten Nahkampf. Der Demokrat Jerry Brown ist jetzt an der Reihe. Brown ist ein Politprofi. Er war bereits von 1975 – 1983 Gouverneur von Kalifornien, versuchte mehrmals Präsidentschaftskandidat seiner Partei zu werden, war Bürgermeister von Oakland (meiner Meinung nach, hat er dabei einen sehr lausigen Job gemacht) und zuletzt Generalstaatsanwalt des Bundesstaates. Jerry Brown gilt als Intellektueller und wird Meg Whitman frontal und ohne mit der Wimpfer zu zucken angehen. Und die wird mir ihren Dollarmillionen reagieren und versuchen das Wahlvolk mit einer Schmierenkampagne zu bombardieren und zu überzeugen, dass sie die bessere Person auf dem Gouverneursstuhl wäre, um Kalifornien aus dem Finanzdebakel zu führen. Also Fenster auf, Dollarsäcke rausgeschmissen und dabei lauthals schreiend: „Ich kann viel besser mit ihren Steuergeldern umgehen als der olle Jerry, liebe Bürgerinnen und Bürger.“

Die Kalifornienwahl ist auf alle Fälle ein Wahlkampf, den man genauer beobachten sollte, denn hier wird gerade ein Schlachtfeld zurecht gerückt, dass blutiger und schmutziger nicht sein könnte.

0 Kommentare in “Politik auf kalifornisch

  1. Wie, Jerry Brown lebt noch? Der muss doch schon gefühlte 136 Jahre alt sein. Sind die Demokraten in Kalifornien jetzt schon so schwach, dass sie irgendwelche Politleichen exhumieren müssen? Schließlich wählt man da noch immer gerne links.

    Und mit der Ebay-Tante scheint ja auch etwas nicht zu stimmen, wenn die als GOP-Vorwahlkandidatin gerade mal 10 Mio $ Wahlkampfspenden sammeln kann. Wahrscheinlich ist schon wesentlich mehr in der Kasse.

  2. Na, Jerry Brown ist noch keine Politleiche. Er ist zwar schon Anfang 70, aber noch immer sehr aktiv in der Partei. Und er hat den bekannten Namen. Als Generalstaatsanwalt von Kalifornien ist er auch weiterhin sehr aktiv auf der politischen Buehne. Nicht viele aus den Reihen der Demokraten draengeln sich nach vorne. Das liegt zum einen daran, dass der Bundesstaat in einer absolut katastrophalen Situation ist. Zum anderen sicherlich auch an Meg Whitman, die die Wahlkampfkosten nach oben schrauben wird.

    Na, das Sammeln der Gelder geht ja jetzt erst so richtig in den eigenen Reihen los, die GOP wird sich schon hinter sie stellen. Allerdings kann Frau Whitman auch ohne weiteres noch ein paar weitere Millionen aus ihrer Schatulle einsetzen.

  3. Google sagt Jerry Brown ist 72. Bei Amtseinführung wäre er fast 73. Nichts gegen fite, lebenserfahrene 73igjährige. Aber bei den Finanzproblemen von Kalifornien sind schon ziemlich dicke Bretter zu bohren. Zu fragen ist deshalb schon, warum in den Jahren seit der Abwahl von Davies bei den Demokraten kein neuer jüngerer Kandidat aufgebaut wurde. Der Abgang von Schwarzenegger war schließlich vorauszusehen. Und Kalifornien ist ja wohl neben New York die wichtigste Hochburg der Demokraten in den USA.

  4. Es gibt schon fuehrende und auch einflussreiche kalifornische Demokraten. Die US Senatorin Dianne Feinstein hatte abgewunken. Denn mit diesem Job macht man sich nicht gerade beliebt. Vor allem nicht zur jetzigen Zeit.
    Viele hofften auch auf die Buergermeister von San Francisco, Gavin Newsom, und Los Angeles, Antonio Villaraigosa. Doch beide schafften es nicht, eine Kalifornien weite Kampagne zu starten. Jerry Brown hielt sich bedeckt und zeigte sich nur interessiert. In den Umfragen lag er immer vor den beiden Aspiranten.

    Von daher also Jerry Brown, der sicherlich mehr als Uebergangskandidat gesehen werden muss, bevor er sich aus dem politischen Leben zurueck zieht. Kalifornien ist eigentlich demokratisch, nun ist die Frage wie sehr Meg Whitman zur politischen Mitte rutscht, um die Wahl zu gewinnen. Dann allerdings verliert sie die Unterstuetzung des „Tea Party“-Fluegels in der GOP….es wird ein spannender Wahlkampf werden….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Um zu überprüfen, dass Sie eine reale Person und kein Spam-Roboter sind, lösen Sie bitte vor dem EINTRAGEN die nachfolgende kleine Rechenaufgabe, das sogenannte CAPTCHA *