162 Mille für die Tonne

162 Millionen Dollar hat der Wahlkampf von Meg Whitman bislang gekostet. 145 Millionen Dollar hat die frühere Chefin von ebay selbst investiert. Die Milliardärin will nämlich kalifornische Gouverneurin werden, koste es was es wolle. Einziges Problem, ein Großteil der Kalifornier hält nicht gerade viel von der 54jährigen. WhitmanIn den jüngsten Umfragen liegt der Demokrat Jerry Brown mit zehn Punkten vor der Republikanerin. Unter Latinos, einem immer stärker werdenden Wählerblock in Kalifornien, führt Brown sogar mit 30 Prozentpunkten. Und auch bei Frauen liegt der derzeitige kalifornische Generalstaatsanwalt vorne.

Es sieht nicht gut aus für Meg, die kaum noch eine Chance hat bis zum Wahltag am kommenden Dienstag den lockeren Jerry zu überholen. Der hat gar nicht so viel machen müssen, um in Führung zu liegen. Whitman dagegen hat den Bundesstaat mit negativen Radio- und Fernsehspots überzogen und auch nach mehrmaligem Ruf, dies zu unterlassen, weiter gemacht. Und das scheint sich nun zu rächen. Jerry Brown dagegen ist ein alter Hase im Politgeschäft und in Kalifornien. Bereits in den 70er und frühen 80er Jahren war er für zwei Amtszeiten Gouverneur. Auch bewarb er sich mehrmals in einer „Grassroots Campaign“ um das Amt des US Präsidenten. Später dann wurde er Bürgermeister von Oakland (fragen Sie mich nicht, was ich dazu zu sagen habe!) und zuletzt kalifornischer Generalstaatsanwalt.

Brown ist mit allen Wassern gewaschen und sicher ist, auch er kann den Karren nicht aus dem Dreck ziehen, in dem Kalifornien knietief steckt. Der bevölkerungsreichste US Bundesstaat bräuchte eine grundlegende politische Reform, um wieder voran zu kommen. Doch dafür fehlt einfach eine parteiübergreifende Mehrheit. Die Wahl am Dienstag war also mehr ein weiteres Kapitel im Buch der Superlative, denn so teuer war noch keine kalifornische Gouverneurswahl.

0 Kommentare in “162 Mille für die Tonne

  1. Wird wohl tatsächlich der alte Brown werden. Es ist aber bezeichnend, dass im wirtschaftlich wichtigsten Bundesstaat der USA eine Figur gewählt wird die bei Amtsantritt fast 73 Jahre ist. 4 Jahre weiterer Stillstand ist vorprogrammiert. Aber das auch nur wenn es Jerry 4 Jahre biologisch durchhält.

  2. Ich bin ja kein Fan von Jerry Brown, gerade weil ich ihn als Buergermeister von Oakland erleben durfte oder musste. Aber Meg Whitman ist leider keine Alternative. Das wuerde Kalifornien sicherlich nicht voran bringen….von daher…ich bin mal froh, dass ich diese Wahl nicht habe…

  3. Eine andere Frage ist ja ob sich Brown als Gov noch um die Immo-Zwangsvollstreckungen kümmert oder ob der neue AG das dann tut. Wells-Fargo hat sicher nichts dagegen dass Brown da nicht mehr zuständig ist.

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