Tod der Todesstrafe

Nach zwei Jahrzehnten Diskussion ist nun Schluß. Der Gouverneur von Illinois, Pat Quinn, hat mit seiner Unterschrift das Ende der Todesstrafe in diesem Bundesstaat besiegelt. Quinn, Demokrat und langjähriger Unterstützer der „Capital Punishment“, erklärte, wenn es keine 100prozentige Sicherheit gebe, dass kein Unschuldiger hingerichtet werde, dann ist die Todesstrafe nicht haltbar.

Der Gouverneur berief sich darauf, dass alleine in Illinois 20 Todeskandidaten von Death Row entlassen werden mußten, nachdem festgestellt wurde, dass sie die Tat, für die sie verurteilt wurden, nicht begangen hatten.

Die Kritiker, darunter Staatsanwälte, Richter und Angehörige von Opfern, warfen Pat Quinn vor, an diesem Mittwoch einen Freibrief für Mörder ausgestellt zu haben. Quinn führte in seiner Begründung auch aus, dass er sich diesen Schritt nicht leicht gemacht habe. Er habe sich mit vielen Leuten beraten, darunter der ehemalige südafrikanische Bischof Desmond Tutu und Sister Helen Prejean, deren Geschichte die Grundlage für den Hollywood Spielfilm „Dead Man Walking“ war. Auch verwies Quinn darauf, dass die 15 noch verbliebenen Death Row Insassen nicht einfach frei kämen, vielmehr wurde ihre Strafe in eine lebenslange Haftstrafe ohne Aussicht auf Bewährung abgeändert.

Illinois ist damit der 16. amerikanische Bundesstaat, in dem es keine Todesstrafe mehr gibt. Doch die Entscheidung des Gouverneurs kann nicht als Trend in den USA gesehen werden. Nach wie vor ist ein großer Teil der amerikanischen Bevölkerung für die Höchststrafe. In jüngsten Umfragen stimmten nach wie vor 64 Prozent der Amerikaner für die Hinrichtung von Mördern. Und auch in Illinois scheint die Debatte noch nicht zu Ende zu sein. Die republikanische Opposition hat bereits angekündigt ein neues Gesetz für die Todesstrafe einbringen zu wollen, in dem strengere Sicherheiten und Kontrollen eingebaut sein sollen.

 

 

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