The Germans are coming

Vom 16. – 20. März findet in Austin, Texas, wieder das wohl größte Independent Musik Festival der USA statt. Die SXSW (South By Southwest) zieht Musiker, Bands, Plattenlabels, Promoter, Verlage und jede Menge Musikbegeisterte an. Schon immer waren deutsche Bands präsent, meistens finanzierten sie alles einfach selber, dabei sein ist alles, hieß das Motto. Die SXSW ist ein wichtiger Treffpunkt für alle die Rang und Namen im Musikbusiness haben…oder mal haben wollen.

Zum zweiten mal ist nun auch eine offizielle Reisegruppe aus Deutschland dabei. Organisiert wird das ganze von der „Initiative Musik“, die aus Bundesmitteln, von der Plattenindustrie und anderen Unterstützern gefördert wird. Unter dem Motto „Wunderbar“ werden in diesem Jahr 13 Gruppen und Musiker nach Texas geflogen….halt, nur 12, denn Daniel Benjamin erhielt für die USA kein Einreisevisum… Geboten wird alles, von Elektro bis Jazz.

Initiative Musik lädt in Austin auch zum „Finest Lunch with the Germans“ ein, eine geschlossene Veranstaltung, auf die man nur als geladener Gast kommt. Das läßt man sich auch was kosten. Doch die Musikpromotion in Übersee und die eigentliche Arbeit des Berliner Musikbüros wird nicht als kulturelle Arbeit verstanden, vielmehr möchte man mit den Bands im Ausland den heimischen Plattenmarkt fördern. Plattenindustrie, klar da hängt das Bundeswirtschaftsministerium mit drin.

Deshalb ist es wahrscheinlich auch so, dass die extra für die SXSW produzierte Compilation, auf der alle anreisenden Bands vertreten sind, keinen, aber auch wirklich keinen deutschsprachigen Titel enthält. Stimmt nicht ganz, das Frederik Köster Quartett ist mit „2. Juni“ dabei, allerdings ist das ein Instrumentalstück.

Nun kann man mir gerne Deutschtümelei vorwerfen. Kein Problem. Doch man sollte beachten, dass die Bundesregierung an anderer Front und unter grossem Einsatz der hiesigen Konsulate und Goethe-Institute für den Erhalt der Deutschprogramme an High Schools und Universitäten kämpft. Irgendwie, finde ich zumindest, kommt das nicht so gut, wenn man sich in Austin als „Germans“ präsentiert und noch nicht mal einen deutschsprachigen Song auf der kostenlos verteilten CD vorzuweisen hat. Nicht gerade die beste Werbung fürs Deutschlernen! Interessant auch, der „Hauptfördergeber ist der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien“, so die Webseite von Initiative Musik. Und in dessen Arbeitsbereich fällt ja nun auch wieder die Förderung der deutschen Sprache im Ausland…..ich bin verwirrt!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Um zu überprüfen, dass Sie eine reale Person und kein Spam-Roboter sind, lösen Sie bitte vor dem EINTRAGEN die nachfolgende kleine Rechenaufgabe, das sogenannte CAPTCHA *