Die Bären sind los

Heute Nacht um 00:00 Uhr Washington DC Zeit macht die Bundesregierung den Laden dicht. Der Präsident und die Demokraten auf der einen Seite und die Republikaner auf der anderen konnten sich bislang nicht über den aktuellen Haushalt einigen. Seit Wochen schon geht das Spiel von Woche zu Woche. Doch nun ist Schluß. Klar ist, die USA sind hoch verschuldet und es muß gespart werden. Doch wo und wie, darüber scheiden sich die Geister.

Es ist ein politisches Gerangel, das eigentlich weniger ums Sparen als vielmehr um eine politische Ausrichtung geht. Die Wahl 2012 im Blickwinkel versuchen beide Lager sich zu positionieren. Und als Schlachtfeld  hat man sich „Abtreibung“ und „Umweltschutzmaßnahmen“ heraus gesucht. Also beides Themen, bei denen es keine Übereinkunft geben wird und geben kann. Die Republikaner verlangen, dass staatliche Zuschüsse für „Planned Parenthood“ gestrichen werden, denn hier können Frauen eine legale Abtreibung erhalten. Und die GOP verlangt, dass die Regularien für Umweltverträglichkeit gesenkt und in diesem Bereich viel Geld eingespart wird. Diese beiden politischen Bereiche sind allerdings Eckpfeiler der Demokraten und Barack Obamas. Wenn sie diese in den Verhandlungen aufgeben würden, dann könnte man schon jetzt die Wahl im kommenden Jahr abschreiben.

Obama ist schon länger in der Kritik in den eigenen Reihen. Der Krieg im Irak und Afghanistan, das Gefangenenlager in Guantanmo, die Steuererleichterungen für Superreiche, die Abstriche bei der Gesundheitsreform, seine Wischi-Waschi Haltung bei der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko und den Demokratiebewegungen in Nordafrika….Obama hat bislang nicht sehr viele Wahlkampfversprechen umgesetzt. Falls er nun auch noch bei der Abtreibung und den Umweltgesetzen nachgibt, kann er schon bald seinen Hut als Präsident nehmen und mehr Geld als öffentlicher Sprecher verdienen.

Um Mitternacht fällt die Entscheidung. Die Zahlungsunfähigkeit der Regierung könnte ein paar Stunden dauern, doch auch für mehrere Wochen anhalten. Betroffen sind die Beamten und Angestellten, Zulieferer, Touristen und die amerikanische Öffentlichkeit. Nationalparks werden landesweit geschlossen, die Bären werden vergebens nach Picknickresten suchen müssen. In Washington wird so gut wie nichts mehr auf sein, Museen werden nur noch bewacht, aber nicht mehr geöffnet sein. Und sogar die Soldaten werden vorübergehend nicht bezahlt werden. Amerika wird dann auf Sparflamme regiert. Einen Sieger wird es dabei nicht geben und das ganze Schauspiel wird die Amerikaner sehr viel Geld kosten.

0 Kommentare in “Die Bären sind los

  1. Richtig kritisch wird es erst im Mai, wenn voraussichtlich am 8. Mai die Kreditobergrenze (Debt ceiling) erreicht sein wird. Die USA dürfen ab diesem Tag keinen Dollar Neuverschuldung mehr machen, so dass eigentlich der Staatsbankrott der USA die Folge ist. Wenn nicht noch eine Erhöhung der Kreditobergrenze kommt. Nach der Logik der Rating-Agenturen müssten dann aber die Staatsanleihen der USA ihren AAA Status verlieren. Damit wäre aber der weltweite Kollaps der Finanzsysteme unausweichlich.

  2. Die Kreditobergrenze der USA ist 14.294 Billionen Dollar. Ausgewiesener Stand Stand der Schulden am Freitag, 7.4.2011, 14.264 Billionen Dollar. Fehlen lächerliche 30 Milliarden Dollar und den USA geht das Geld aus. So viele neue Schulden macht Treasury-Boy Timmy Geithner schon mal locker in einer guten Woche.

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