„Dude…forget it“

Er selbst sieht sich als treibende Kraft der Konservativen im Land. Noch immer, auch wenn sein politsches Glanzstück schon fast 20 Jahre zurück liegt. Damals, Mitte der 90er Jahre, war er der Sprecher des Kongresses und der „Leader of the Republican Revolution“. Mit seinem „Contract for America“, seinem Vertrag für Amerika mit zehn Wahlversprechen bekam er den Kongress in die Hand und machte Präsident Bill Clinton das Leben schwer. Gingrich räumte den politischen Zirkus in Washington auf, mit eiserner Faust griff er durch, ließ die Muskeln spielen und das bis zum „Shutdown“, der Schließung der Bundesregierung.

Und dann war Schluß. 1998 trat er nach einer bitteren „Midterm“ Wahlschlappe als Sprecher des Abgeordnetenhauses zurück. Seitdem versucht er sich immer mal wieder als Präsidentschaftskandidat. Er ist gern gesehener Gast auf den diversen konservativen Radio- und Fernsehprogrammen, arbeitet als Kommentator, Buchautor und sieht sich noch immer als Herzstück der Partei. Doch eigentlich braucht Newt Gingrich keiner mehr. Die 90er Jahre sind vorbei. Punkt! Die Zeiten haben sich geändert und so einfach lassen sich die Dinge von damals nicht auf heute übertragen, auch wenn Newt das etwas anders sieht. Er will, aber er kann nicht und zum Glück lassen sie ihn auch nicht.

Mitte Mai verkündete er erneut seine Kandidatur fürs Weiße Haus. FOXNews Moderator Sean Hannity war begeistert und drehte seinen Stift in der Hand noch schneller als sonst (warum der eigentlich einen Kuli zwischen den Fingern hat, weiß ich auch nicht, aber das gehört hier auch nicht hin). Gingrich präsentierte sich als DER Kandidat mit den wahren konservativen Werten. Das Land brauche so einen „Leader“ wie ihn. Nur er könne den Karren aus dem Dreck ziehen. Er sprach von einer neuen konservativen Revolution in Washington. Große Worte, ja, nur gibt es ein kleines Problem, die republikanisch christlich-konservative Basis unterstützt ihn eigentlich so gar nicht, denn Newt ist bereits zum dritten mal verheiratet. Kommt gar nicht gut. Und auch sonst hat er ein paar sozialpolitische Überzeugungen, die schwer in den eigenen Reihen zu vermitteln sind.

Also, nun erneut mit dem Kopf durch den Wand, hier kommt Mister Wichtig….doch einen Monat später scheint schon wieder Schluß zu sein. Der gesamte Führungsstab seines Wahlteams ist nun geschlossen zurück getreten. Das überraschte selbst den 67jährigen Gingrich, der nun etwas bedröppelt in die Kameras schaut und sich fragt, warum die Geschichte nicht eigentlich dankbarer ist. Vielleicht sollte man es Newt Gingrich mal ganz direkt sagen: „Yo‘ man, you’re old school. Things have changed, dude. And you’re not 21st century 24hour media quality. Sorry, dude, your time is over. Period!“

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