Teure Todesmaschinerie

Über 600 Häftlinge warten im East-Block von San Quentin auf ihre Hinrichtung. Zum Teil sitzen sie schon seit über 30 Jahren dort und warten und warten und warten. Das Prozedere der Einsprüche ist lang und zäh. Und es ist teuer. Eine Langzeitstudie in Kalifornien hat nun ergeben, dass die Unterbringung und Sicherung der Todeskandidaten dem Staat pro Jahr 184 Millionen Dollar teurer kommt, als wenn man die „Death Penalty“ in eine lebenslange Haftstrafe umwandeln würde. Und in den USA heißt lebenslang auch wirklich lebenslang.

Die Studie führte weiter aus, dass seit der Wiedereinführung der Todesstrafe in Kalifornien 1978 der Staat rund 308 Millionen Dollar pro Hinrichtung ausgegeben hat. In diesen 33 Jahren wurden im Golden State 13 Männer exekutiert.

Ob diese Untersuchung Auswirkungen auf das Todesstrafensystem in Kalifornien haben wird ist fraglich. In jüngsten Umfragen spricht sich nach wie vor eine Mehrheit der kalifornischen Wähler für die Beibehaltung der „Death Penalty“ aus. Auch wenn der Staat so gut wie pleite ist und das gesamte System der Höchststrafe sichtlich nicht funktioniert, wird die Todesstrafe beibehalten.

Die Studie wurde umgehend nach Veröffentlichung heiß in Sacramento von Politikern und in Online Foren diskutiert. Eine Forderung wurde immer wieder vertreten. Man solle gefälligst schnellen Prozess mit den verurteilten Mördern machen, das käme dem Staat um einiges billiger, als die Gefangenen jahrzehntelang durchzufüttern und zu versorgen. Leser revx187 bringt es auf eine kurze Gleichung: „1 Bullet = < $0.10“

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