„Hitler Youth“ in Norwegen

Wenn Glenn Beck wenigstens einen Kasten Beck’s geleert hätte, dann könnte man sagen, er quatscht nur Mist, der alte Suffkopp. Doch Beck trinkt keinen Alkohol, dafür belallt er seine Hörer in seiner „syndicated“ Radioshow mit allerlei Blödsinn, Verschwörungstheorien und Weltuntergangsszenarien. Der frühere FOXNews Moderator ist beliebt, weil er es schafft, die Welt in schwarz und weiß, in gut und böse zu trennen und das seinen Hörern – und lange Zeit auch seinen Zuschauern – in wirren Gedankensprüngen zu erklären. Die sind dankbar über den Analytiker Beck, der im Weißen Haus von Barack Obama eine Terroristenzelle von Al Quaida vermutet.

Wenn man Glenn Beck eine zeitlang zuhört, also regelmäßig sich auf diese Art des intellektuellen Masochismus einlässt, dann wird einem ganz schwummerig. Das tut manchmal richtig weh, ich bin mir sicher, wenn ich für Nasenbluten anfällig wäre, dann könnte ich mir das mit Beck nicht antun. Dass Beck in seiner Sicht der Dinge nicht auch noch Elfen, Trolle und fiese Unterweltsmonster zur Erklärung der Lage der Nation heranzieht, ist überraschend. Denn eigentlich ist Obama ja ein kommunistischer Kinderfresser, Hillary Clinton eine faschistische Gestapotante und Joe Biden sowieso schon lange auf Drogen.

Beck spinnt. Punkt. Um das zu belegen hier mal ein aktuelles Beispiel dieses vielgehörten Radiomoderators, der mehr als zwei Millionen „Fans“ auf seiner facebook Seite hat. Doch bevor jetzt jemand den vielbeliebten Allgemeinrundumschlag macht und erklärt, die Amerikaner spinnen sowieso, will ich mal ganz deutlich sagen, dass Glenn Beck ein Entertainer ist. Zwar ist er überzeugt von dem was er da sagt und er überzeugt auch seine ziemlich vielen Hörer mit seinen Verbalergüssen, doch Beck spricht nicht für die Allgemeinheit der USA. Sogar dem Murdoch Sender FOXNews wurden Becks Wahnvorstellungen etwas zu viel. Man trennte sich vor ein paar Monaten „im Einvernehmen“. Nun laberrhabarbert Beck sich tagtäglich durch seine „syndicated“ Radioshow, schreibt Bücher für eine Millionenleserschaft und hat darüberhinaus auch noch GBTV gegründet, ein Web based Fernsehprogramm.

Doch zurück zum aktuellen Beckschen Durchfall. Die tragischen Anschläge von Norwegen waren auch in den USA ein großes Thema. Natürlich wollte auch Glenn Beck dazu was sagen und verglich gleich mal das Jugendlager mit der Hitler Jugend: „Als die Dinge sich entwickelten und es eine Schießerei in einem politischen Camp gab, was für mich wie Hitler Jugend klingt… Wer macht schon ein Lager für Kinder, in dem es nur um Politik geht? Das ist beunruhigend.“ Beck hasst Linke und vergleicht Präsident Obama auch schon mal mit Adolf Hitler. Irgendwie alles das gleiche, Hitler war ja auch Sozialist. Von daher kommt dieser Vergleich nicht von ungefähr. Sozialdemokraten in Norwegen sind sicherlich im gleichen Fahrwasser wie Hitlers Nationalsozialisten. Hier ein Jugendlager der Regierungspartei, dort ein Lager der Hitler Jugend der Nazi-Partei. So argumentiert Beck, so hat er auch immer schön auf seiner Tafel in der FOXNews Sendung die Dinge erklärt. Ist logisch, nicht wahr! Hier die gestrige Sendung, der Vergleich mit der Hitler Jugend kommt nach 35 Sekunden.

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0 Kommentare in “„Hitler Youth“ in Norwegen

  1. Nur damit das nicht falsch rüberkommt. Fox hat Glenn Beck nicht für das rausgeworfen was er sagt, sondern weil die Werbeeinnahmen zurückgegangen sind.

  2. Man hat sich „einvernehmlich“ getrennt, denn viele Werbekunden wurden immer wieder mit Boykottaufrufen bedacht, nachdem Glenn Beck seine abenteuerlichen Ausschweifungen vom Stapel ließ. Das wurde dann sogar auch dem Murdoch-Sender zu viel.

  3. Betrachtet man sich was noch immer auf Fox läuft ist das nichts anderes als das was Beck macht. Nur im Ton vielleicht etwas verbindlicher und moderater. Beck hat es einfach ein bischen übertrieben im letzten Jahr weshalb die Werbewirtschaft Probleme mit ihm bekam, rein kommerziell betrachtet. Fox hatte aber nie ein Problem mit Beck selbst und seinen Einstellungen. Nur mit der Tatsache, dass er nicht mehr genügend Geld abwarf. Ich könnte mir gut vorstellen, dass er ein halbes Jahr vor der nächsten Wahl wieder bei Fox auftaucht. Oder gleich direkt in einem GOP Wahlkampfteam.

  4. Beck hat doch RECHT.
    Einen Tag vor dem Massaker auf der Insel Utøya bei Oslo wurde in dem sozialistischen Jugendlager im Beisein von Norwegens Außenminister Jonas Gahr Støre eine Anerkennung des „Staates Palästina“ und ein Boykott Israels thematisiert…

    Norwegische Zeitungen berichtetenn, es hielten Teilnehmer des Jugendcamps ein Spruchband mit der Aufschrift „Boikott Israel“ hoch, als der Außenminister auf der Insel ankam. Støre beteiligte sich an einer Podiumsdiskussion mit einer norwegischen Journalistin und der Leiterin eines christlichen Hilfsfond. Beide seien bekannt für ihre anti-israelische Positionen, berichtet die israelische Zeitung. Støre stimmte zu, dass den Palästinensern ein Staat zustehe, wollte sich aber nicht zu einem Boykott Israels äußern.

    Mehrere jugendliche Überlebende des Massakers berichteten, dass sie die Schießerei des als Polizist verkleideten Mörders zunächst für eine Simulierung israelischer Verbrechen an Palästinensern in den besetzten Gebieten hielten. Sie glaubten, dass ihnen so die „Gräuel der israelischen Besatzung“ vor Augen geführt werden sollten.

    Die Wahrheit tut manchmal weh.

    Die Jugendlichen können nichts dafür, aber die Eltern und die Leitung sollten sich schon Vorwürfen stellen. Politische Indoktrination in so einem zarten Alter?
    Ist das gut und sinnvoll?

  5. Beck hat recht mit was? Persönlich finde ich diese übertriebene Palästinenserunterstützung aus vielerlei Gründen auch reichlich daneben. Dass das kein Grund ist irgend jemand umzunieten sollte aber auch klar sein.

  6. @Marinaaaaaaaaaaaaaaaaaa
    Sie haben geschrieben „Beck hat RECHT“. Heißt das, dass man automatisch ein Hitler-Fan ist, wenn man Symphatie für die Palästinenser in Israel hat?

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