Elektronika „Made in Germany“

Die Deutschen kommen an in den USA….Was mit Kraftwerk, Tangerine Dream und anderen experimentierfreudigen Krautrockbands Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre angefangen hat, zieht sich weiter duch die Jahrzehnte bis heute. Die Deutschen legen den Maßstab in Sachen Elektronika und Soundtüftelei. Die Amerikaner blicken immer wieder gespannt und gebannt nach Deutschland. Was daheim so gar nicht richtig bekannt ist, deutsche Elektrofummler, DJs und Soundkreative touren weltweit und kommen mit ihrer Musik an. Zwischen New York, Los Angeles, Tokio und Peking hat die deutsche elektronische Musikszene einen hervorragenden Ruf. Von daher hier mal ein Review einer neuen Platte, die über Radio Goethe bereits im ausländischen Radio getestet wurde und beeindruckende Rückmeldungen bekommen hat. Sølyst heißt sie, dahinter steckt der Schlagzeuger der Kölner Gruppe Kreidler, Thomas Klein:

Manchmal bekomme ich Cds zugeschickt, die mich restlos begeistern. Und dann sitze ich an meinem Schreibtisch, das Album läuft und ich versuche das in Worte zu fassen, was ich gerade höre. Doch irgendwie lässt sich das gerade nicht fassen. Sølyst, das Soloprojekt von Kreidler Drummer Thomas Klein. Es ist Elektronik, es ist Ethno, es ist weltoffen, hypnotisierend, ergreifend….ein bisschen Krautrock, ein bisschen Buschtrommeln, mal düster, mal ganz nah und sehr persönlich. Und dann wieder voller Beat und Drums, distanziert, wie in einem berauschenden Diafilm mit Momentaufnahmen. Das Label, selbst nach Worte suchend, umschreibt diese Musik als “Tribal Dub Krautrock” und das zeigt schon die Schwierigkeit, diese Klangweiten in eine Schublade zu pressen.

Ja, es ist die ideale Musik für einen Afrikafilm. Ich denke an Bilder und Momente, die ich in Ruanda, Kongo, Uganda gesehen und erlebt habe. Sølyst wäre der ideale Soundtrack dazu gewesen. Steppe, Weite, Sonne, wunderschöne Landschaft, erbärmliche Armut, reiche Natur, Grausamkeiten der Menschheit, Gesichter, alt und jung. Sølyst unterlegt diesen Film…meinen und ich denke jeden Erinnerungsstreifen, egal ob Afrika oder hoch im Norden. Es ist diese persönliche Weite, die die Musik von Thomas Klein auszeichnet. Für mich ist dieses Album eines der absoluten Höhepunkte in diesem Jahr. Sehr, sehr empfehlenswert.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Um zu überprüfen, dass Sie eine reale Person und kein Spam-Roboter sind, lösen Sie bitte vor dem EINTRAGEN die nachfolgende kleine Rechenaufgabe, das sogenannte CAPTCHA *