Die Reise nach Jerusalem hat begonnen

Der texanische Gouverneur Rick Perry ist im Rennen und der frühere Gouverneur von Minnesota, Tim Pawlenty, ist draußen. Nach dem schwachen Abschneiden beim „Straw Poll“ in Iowa, einer Testwahl auf Sparflamme, zieht Pawlenty die Reißleine. Früh, aber wohl durchdacht. Seit Wochen ging es für die Kandidaten darum zu zeigen, dass sie Wähler mobilisieren können, dass ihr Wahlkampfapparat funktioniert und für die Langstrecke bis zur finalen Parteientscheidung gut vorbereitet ist. Pawlenty war noch nicht mal Mittelstrecke. Er gab beim ersten Sprint über die 100 Meter schon bei der 50 Meter Marke auf, denn seine Parteikollegin Michelle Bachmann joggte ganz locker auf High Heels an ihm vorbei.

Ausser Atem, doch mit klarem Kopf erkannte Tim Pawlenty am nächsten Tag nach dem Desaster, dass er keine Chance auf die Nominierung seiner Partei hat. Die Republikaner sind derzeit auf der Suche nach einem Kandidaten, der lautstark, medienwirksam und offensiv die Standpunkte der Partei vertritt, die Reihen zwischen Tea-Party Block und „Libertarians“ schließen kann und gleichzeitig dem Amtsinhaber Barack Obama das Fürchten lehrt. Tim Pawlenty ist nicht solch ein Kandidat. Er ist sympathisch, der Nachbar von nebenan, jemand, dem man nichts übel nehmen kann. Selbst seine Attacken gegen die Rechts-Auslegerin Michelle Bachmann kamen nicht überzeugend, auch wenn sie von der Sache her stimmten.

Amerika…nein, die republikanische Wählerschaft sehnt sich nach einem, der draufhauen kann, der die Dinge einfach und in schwarz-weiß erklärt und der Barack Obama als sozialistisches Ziehkind von Stalin und Mao Zedong darstellt. Tim Pawlenty kann das nicht. Mit gerade mal 2293 Stimmen in der Iowa Testwahl am Samstag war auch ihm klar, dass sein Traum vom Weißen Haus schneller zu Ende war als er erwartet hatte. Der Ellbogenkampf um die vordere Reihe in der GOP hat damit erst richtig begonnen.

0 Kommentare in “Die Reise nach Jerusalem hat begonnen

  1. Ron Paul wird leider von allen Kommentatoren außen vor gelassen. Sicherlich hat er insgesamt keine Chance, aber hier übergeht man ihn einfach. Ron Paul ist zumindest ein Kandidat der GOP, der als „Libertarian“ seinen Standpunkt auch begründen kann und nicht nur mit Schlagworten arbeitet…Und er kritisiert nachhaltig die Kriege im Irak und Afghanistan, die Amerika geschröpft haben.

  2. Hm, kritisiert Kriege weil die zu viel Geld kosten, das Amerika nicht hat. Kaum zu glauben. Das klingt ja, ähm, vernünftig? Und deswegen hat er in den USA keine Chance?

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