Houston, we have a problem

Es ist noch etwas hin bis zur Wahl, aber das Theater ist schon im vollen Gange. Die Bühne ist bereitet, die Schauspieler agieren, schieben sich mal nach vorne ins Rampenlicht, dann werden sie wieder abgedrängt und hinten als großes Bühnenbild auf roten Grund mit Hammer und Sichel ein Barack Obama mit Teufelshörnern, Vampirzähnen und blutlüsternem Blick. So kann man sich den amerikanischen Wahlkampf vorstellen. Wir haben Platz genommen in der ersten Reihe, doch auch das sind billige Plätze, hart und unbequem in Anbetracht dessen, dass dies hier eine sehr lange Generalprobe bis zur Premiere sein wird. Man braucht gutes Sitzfleisch und starke Nerven, um das alles bis zum Ende zu ertragen. Whiskey oder Tequila oder etwas anderes hochprozentiges wäre angebracht, doch hier gibt es nur Limo zum nüchtern bleiben. Berauschen soll einzig das Schauspiel.

Da ist Michelle, die manchmal etwas wirr und starr blickt und immer wieder ein Jubellied auf Gott und die amerikanischen Werte beginnt. Dort der Texaner Perry im Cowboyhut und passenden Boots, ganz der „toughe“ Westernheld mit der Hand am Colt. Slick Mitt mit gegeltem Haar erzählt im Endlosmonolog von Amerikas Aufrüstung, „wenn er erstmal Präsident ist“. Raketen und moderne Truppen, „we are proud to be Americans“. Im Hintergrund schieben sich die Nebengestalten durchs Bild, einer kommt immer mal wieder nach vorne, wird aber schnell von den drei Hauptakteuren abgedrängt.

Und dann der Chor der Einheit gegen den fiesen Präsidenten, der Amerika in den Schoss Stalins legt und den Schulterschluss mit Castro und Chavez versucht. Jener „Commander in Chief“, der Amerika an Europa verkauft und die einst stolze Nation in den Bankrott führt. Obama, das Übel der Nation.

Lange Wochen und Monate warten noch auf uns, machen wir es uns bequem auf diesen Notsitzen und leiden mit im Theater US Wahlkampf. Coke und Popcorn bitte!!!

2 Kommentare in “Houston, we have a problem

  1. Wow, sind sie nicht langsam der letzte Person auf diesem Planeten die Obama noch gut finden? Also des Präsidenten, der Guantanamo trotz Versprechen im Wahlkampf nicht geschlossen hat. Und der jetzt sogar amerikanische Staatsbürger ohne Gerichtsverhandlungen einfach umbringen lässt, weil die im Internet etwas unpassendes verbreitet haben. Und wen interessiert noch Michel Bachmann, die ist eh pleite? Ron Paul ist der interessante Mann, der wird aber wie üblich verschwiegen.Auch hier.

  2. Ich schreibe nicht, ich bin fuer oder gegen Obama. Nur, dass ich gegen dieses Hassbild der Republikaner bin.
    Ron Paul ist ein Kandidat, der oft das richtige sagt, doch leider auch sehr oft sehr unrealistische Forderungen hat. Paul ist genauso auf verlorenem Posten, wie der Grossteil der GOP Kandidaten, ob ich das nun mag oder nicht.

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