Vom Bardentreffen ans Golden Gate

Man hätte es auch Wohnzimmerkonzert nennen können. An der Decke hing der Kronleuchter, das Licht gedämpft, gerade mal zwei Dutzend Leute kamen, um eines der schönsten und nahegehendsten Konzerte zu erleben, das ich bislang gesehen habe. Die Schweizerin Sophie Hunger stand auf der Bühne, zwei sie begleitende Musiker rahmten sie ein. Keine großen Worte, keine großen Gesten, nur eine Musikerin, die ihre Songs lebt, atmet, fühlt.

Gefunden habe ich Sophie Hunger vor ein paar Jahren, als sie beim Nürnberger Bardentreffen auftrat. Online hörte ich ihre Songs vor und war einfach tief berührt. Seitdem ist die Musik der Eidgenössin fester Bestandteil meiner Radio Goethe Sendung. Damals verpasste ich ihren Auftritt in der Altstadt, doch nun war es so weit, eben ein paar tausend Kilometer westwärts in einem kleinen Club in San Francisco, gleich neben dem 101.

Da sitzt sie am Klavier, da steht sie mit ihrer Gitarre am Mikrofon und ihre facettenreiche Stimme erfüllt den Raum, erfüllt jeden einzelnen der Frauen und Männer, die an diesem Abend gekommen sind, um diese einzigartige Musikerin zu erleben. Still und lebendig, voller Kraft und Ausdruck, zärtlich und anschmiegsam. Sophie Hunger braucht keine große Bühnenshow, man sieht und spürt, dass hier eine aufrichtige Musikerin ihre Songs lebt.
Sie tourt nun zum ersten mal durch die USA, durch ein Land, in dem, wie sie sagt, viele ihrer musikalischen Wurzeln liegen. Folk, Jazz, Country, Sophie Hunger ist offen, auch für Sprachen. Mal Englisch, mal Französisch, mal Schweizerdeutsch. Sprache ist wichtig für sie, doch welche am Schluß in einem Lied genutzt wird, dass weiß sie selber nicht zu erklären. Erklären kann man die Musik von Sophie Hunger sowieso nicht, man muß sie ganz persönlich erspüren. Entweder hier in den USA auf ihrer Tour oder auf den kommenden Konzerten in Deutschland…und sich eben mal Zeit nehmen, ihre Alben in aller Ruhe zu hören.

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