KISS – Keep It Simple Stupid

Portland geräumt, Oakland geräumt, New York geräumt…Occupy USA verliert seine Stützpunkte. In Berkeley protestieren sie auf dem Campus der University, jetzt mit Unterstützung aus der Nachbarstadt Oakland. Doch campen darf keiner. Und in San Francisco macht der frischgewählte Bürgermeister Ed Lee einen morgendlichen Überraschungsbesuch im Zeltlager am Ferry Building und ist geschockt über die Zustände. Auch in der „City by the Bay“ läuft die Uhr für Occupy SF ab.

Der Bewegung geht die Puste aus. Die Zustände für den Großteil der Amerikaner haben sich zwar nicht geändert und wird es auch nicht in absehbarer Zeit, doch Occupy Wall Street an den verschieden Standorten hat die Richtung verloren. Es wird mehr über das Recht auf öffentliches Campen gestritten als über die ursprünglichen inhaltlichen Forderungen. Und wenn doch mal über die eigentlichen und durchaus berechtigten Ziele von Occupy Wall Street debattiert wird, dann so abgehoben, dass man glaubt man ist im Schulungsseminar einer marxistischen Hochschulgruppe. Man wendet sich gegen Krieg, Armut, Ungerechtigkeit, Großbanken, Filz, Korruption, Kapitalismus, Polizeigewalt, Rassismus…und noch so einiges mehr.

Die Occupy Bewegung wurde anfangs mit der Tea Party verglichen. Doch der Vergleich hinkt total. Die konservativen Tea Party Mitglieder haben es schnell geschafft, ihre Forderung ganz schlicht und einfach zu formulieren und sie haben schnell Einfluß auf die republikanische Partei genommen. Gleich mehrere Präsidentschaftsanwärter der GOP können auf die Unterstützung der Rechtsaußen hoffen. Mit ihren drastischen Forderungen nach Einsparungen und ihrer Ablehnung von „Obamacare“ bestimmten sie zeitweise die politische Auseinandersetzung in Washington. Zwei Dinge, einfach formuliert: „Budget Cuts“ + „No to Obamacare“. Das wars. Punkt.

Davon könnte die Occupy Bewegung lernen….mal den Blick nach drüben wagen und sehen, wie es die anderen gemacht haben, die, die heute großen politischen Einfluß haben. „Keep it Simple Stupid“, das sollten sich die Debattierclubs im Occupy Camp jetzt mal zu Herzen nehmen, wenn sie vom Zelten zurück in den Alltag kommen. Denn die „Message“ von Occupy Wall Street hat nach wie vor Bedeutung.

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