Totgesagte haben Flügel

„Totgesagte haben Flügel“ singen die Münchner Megaherz in einem Song. Und das traf am Dienstag wohl auf Rick Santorum zu. Da wurde er schon abgeschrieben und dann gewinnt er die republikanischen Vorwahlen in Minnesota, Missouri und Colorado. Megaharte Breitseite für die Kontrahenten Mitt Romney und Newt Gingrich. Santorum is back and in full force. Der Saubermann im GOP Lager zieht mit seiner Message gegen Obamacare, gegen Abtreibung, gegen Homo-Ehe, gegen Waffenkontrolle, gegen…. immer mehr Konservative an.

In Minnesota und Colorado fiel vor allem die geringe Wahlbeteiligung auf. In Missouri dagegen war die Wahl eigentlich für die Tonne, denn hier gab es keine Delegiertenstimmen zu gewinnen.

An diesem Wahlabend gibt es durch den Wahlsieg von Rick Santorum gleich zwei große Verlierer. Der gegelte und immer ein bißchen arrogant wirkende Mitt Romney, der nach seinem Sieg in Florida schon vom sicheren Einkauf Weißes Haus träumte. Und Newt Gingrich, der sich seit South Carolina als der einzig wahre konservative Kandidat im Rennen präsentierte und nun mitansehen muß, dass ein anderer diese Rolle im „Heartland“ Amerikas erfolgreich übernimmt.

Rick Santorum hat nun mit der Wahl in Iowa schon vier republikanische „Primaries“ gewonnen. Er kann durchaus darauf verweisen, dass er der einzige Kandidat ist, der das konservative Amerika anspricht, da wo christliche Werte zählen, wo man sich keinen Wahlsieg erkaufen kann. Santorum ist im Moment obenauf und das, obwohl er insgesamt gerade mal die Hälfte der Wählerstimmen auf sich vereinen konnte, die Romney hat. Und auch Gingrich hat bereits über 300.000 Stimmen mehr erhalten als Santorum. Das ist ja das Irre bei amerikanischen Wahlen, nicht wer die meisten Wählerstimmen erhält wird Kandidat (oder wie im Jahr 2000 Präsident), sondern der, der den geschicktesten Wahlkampf führt und die Resourcen am klügsten einsetzt.

Romney und Gingrich haben nun Probleme. Es wird immer deutlicher, dass Mitt Romney die republikanische Basis mit seinem Wahlkampf nicht erreicht. Man glaubt dem früheren Gouverneur von Massachusetts einfach nicht, dass er ein Konservativer ist, der für christliche Werte steht. Und „Former Speaker of the House“ Newt Gingrich verliert immer mehr an Boden. Er ist zwar konservativ aber hat aufgrund seiner langen politischen Jahre in Washington zu viele Leichen im Keller. Und auch er kommt bei der christlichen Basis nicht an, die sich fast geschlossen hinter Santorum vereint hat. Ron Paul ist auch noch da, aber ohne finanzielle Mittel, ohne breite Unterstützung, ohne irgendwelche nennenswerte Erfolge. Abgeschlagen am Ende.

Die niedrige Wahlbeteiligung bei diesen Vorwahlen sollte allerdings der GOP Führung zu denken geben, denn damit wird deutlich, dass eigentlich kein Kandidat die Parteireihen schließen kann. Egal wer es am Schluß sein wird, in einen Kampf ums Weiße Haus wird ein angeschlagener und schwacher GOP Kandidat ziehen.

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