Todessprung mit Aussicht

45 Millionen Dollar werden gebraucht. Die fehlen und bis sie zusammen gespart sind, springen weiter Menschen von der Golden Gate Bridge in den fast sicheren Tod. Allein im letzten Jahr wurden 37 Selbstmörder gezählt, die Zahl ist zu den Vorjahren gestiegen. Nicht alle zerschmetterten Körper wurden gefunden. Manche tauchen nie mehr aus den dunklen San Francisco Bay Wassern auf und werden ins offene Meer hinausgespült.

Zusätzlich zu diesen wurden mehr als einhundert Menschen von der Brücke geholt, die auffällig waren und als potentielle Selbstmörder eingestuft wurden. Schon seit Jahren wird die Golden Gate Bridge mit Kameras überwacht, Notruf- und Seelsorgetelefone eingerichtet. Jede Rettungsaktion eines Selbstmörders führt zu einem Verkehrschaos auf dieser Nord-Süd Achse. Manche Autofahrer zeigen Verständnis und warten geduldig bis alle Spuren wieder offen sind, andere fahren hupend vorbei und schreien lauthals aus dem offenen Fenster „Spring endlich“.

45 Millionen Dollar. Die werden gebraucht, um ein Netz unter der Brücke spannen zu können. Der Golden Gate District aus Vertretern des Privatunternehmens, von Marin und San Francisco County hatte schon 2008 beschlossen, dieses Vorhaben zu realisieren. Eine kostspielige Untersuchung hatte ergeben, dass es statisch möglich sei und, dass gleichzeitig das Bild der Golden Gate Bridge nicht verändert werden würde, was als oberste Priorität galt. Doch das Geld fehlt. Das Warten ist für Paul Muller, einem Gründungsmitglied der Bridge Rail Foundation, die das Sicherungsnetz vorgeschlagen hatte, unverständlich. Die Zahlen belegten, „dass die Brücke den weltweiten Spitzenplatz für Selbstmörder einnimmt…und das seit 75 Jahren“.

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