Supergau für Obama

Es lief so gut im Wahlkampf für Barack Obama. Er lehnte sich in den letzten Monaten im Oval Office gelassen zurück, verschränkte die Arme hinter dem Kopf, lächelte und schaute zu, wie sich die republikanischen Kandidaten gegenseitig zerfleischten. Ohne viel Geld auszugeben konnte er sich auf seine Wiederwahl vorbereiten. Ach wie schön ist doch das amerikanische Vorwahlsystem.

Doch dann kam doch noch alles anders. Obama steht vor dem Supergau, der im Juni eintreten könnte. Das amerikanische Verfassungsgericht, der Supreme Court, behandelt in diesen Tagen die Gesundheitsreform des Demokraten. Landauf landab wird es nur abfällig „Obamacare“ genannt. Barack Obama kandidierte um endlich einen Versicherungsschutz für alle Amerikaner durchzusetzen. Und er hatte mit vielen Kompromissen und Zugeständnissen Erfolg. Das Gesetz wurde durch den Kongress und den Senat gepaukt. Umgehend klagten 26 Bundesstaaten, Verbände, konservative Bürger, die sich von der Regierung gegängelt fühlten. Als „sozialistisch“, „nationalsozialistisch“, „Kuba gleich“ wurde es kritisiert und zerrissen.

Nun also kam die Klage vor die obersten Richter in den USA. Und es sieht nicht gut aus für „Obamacare“ und den Präsidenten. Die Konservativen auf der Richterbank ließen schon durchblicken, was sie von der Reform halten. Sie verglichen die Versicherungspflicht damit, dass die Regierung dann ja auch sagen könnte, jeder Bürger müsse Brokkoli essen oder ein Handy haben. Die Richtung ist klar, die konservative Mehrheit auf der Richterbank wird Obama einen kräftigen Dämpfer im Wahlkampf verpassen. Die Frage ist nur, ob sie weite Teile des Gesetzpaketes als nicht verfassungskonform streichen und zurück an den Kongress schicken, oder ob sie den Supergau eintreten lassen und die gesamte Gesundheitsreform als „Obamacare“ vom Tisch wischen. Damit hätte der Präsident Schlagseite im Wahlkampf erlitten. Die Chancen für den republikanischen Herausforderer sind damit wieder gestiegen.

4 Kommentare in “Supergau für Obama

  1. Wall Street ist zufrieden mit ihrem Obama-Kasperle. Deshalb darf er auch noch mal 4 Jahre in Onkel Tom´s Weißem Haus wohnen. Und was sonst nicht paßt wird durch Dabbaja Bush´s Supreme Court plattgemacht. Es gibt hier nichts zu sehen, bitte weitergehen.

  2. Lieber Wolferl, ich weiss gar nicht, warum Sie immer von „ihrem“ Obama reden. Mein Praesident ist es ja nicht…aber davon mal abgesehen, ich denke, falls „Obamacare“ ganz zu Fall kommt, wird es fuer den guten Barack im Wahlkampf doch noch schwer werden. Egal, ob da ein leichter GOP Gegner ist.

  3. ihrem = kleingeschrieben, bezieht sich auf Wall Street, als Synonym für das internationale Großkapital.

    Davon einmal abgesehen scheinen Sie schon noch sehr große Sympathien für Obama zu hegen. Für mich völlig unverständlich, wenn man betrachtet was in fast 4 Jahren Präsidentschaft (nicht) geschehen ist. Aber weil ein Präsident, der nichts tut genau das Richtige für die US-Elite ist wird er auch wiedergewählt. Garantiert.

  4. Na, da bin ich beruhigt 😉
    Wobei die Sympathien so nicht bestehen, allerdings muss man auch sehen, wer oder was hier die Alternative waere. Und das ist als hier lebender Steuerzahler kein rosiger Gedanke.

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