Ein Kraftwerk namens Rammstein

Ist das Zufall oder wird hier beabsichtigt mit den beiden Muckibuden der deutschen Musikszene getönt. Kraftwerk und Rammstein werden im April in den USA spielen. Die Düsseldorfer Elektro-Pioniere kommen für acht Konzerte in Folge ins New Yorker Museum of Modern Art. An jedem Abend stellen sie eine ihrer herausragenden Langspielplatten vor. Die 70er Jahre leben auf. Innerhalb kürzester Zeit waren die begehrten Tickets weg. Das MOMA will mit dieser Konzertreihe unterstreichen, welche Bedeutung Kraftwerk für Kunst und Musik hatte. Bands, Musiker, Sounddesigner, Künstler, kreativ Denkende….sie alle und mehr kamen und kommen an Kraftwerk nicht vorbei. Kraftwerk setzten Maßstäbe. Diese Konzertserie ist eine gelungene Hommage an eine der wichtigsten Bands der Musik.

Kaum haben Kraftwerk die Bühne geräumt, werden bei Rammstein die Turbinen angeschmissen. Die Band kommt in den USA und Kanada an. Jahrelang ließen sie nichts von sich hören im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Doch dann überlegte man sich einen ausgeklügelten Schlachtplan. Der namhafte Madison Square Garden war der Start für den zweiten Frühling der Berliner Schwermetaller. Das Konzert war als ein Test gedacht, angekündigt war, dass sie nur ein Konzert in absehbarer Zeit in den USA geben werden. Innerhalb von 40 Minuten war die Bude mit nahezu 20.000 Tickets ausverkauft. Aus dem ganzen Land strömten die Fans nach New York City:

YouTube Preview Image

Rammstein ließen sich nicht lumpen und buchten eine Tour durchs Land, es ging nur in die größten Hallen. Auch die war fast überall ausverkauft. Und nun ist Teil 2 der Rammsteintour angesagt. 21 Städte werden angefahren. Das einzige Konzert in Kalifornien findet in Anaheim statt und ich kenne einige aus der Bay Area, die die rund 600 Kilometer Richtung Süden fahren, um Rammstein live zu erleben.

Interessant ist für mich beim Erfolg von Rammstein, dass die Band auf Deutsch singt. Anfangs versuchte man sich noch mit englischen Versionen von „Du hast“ und „Engel“, doch das ist vorbei. Egal wohin die Berliner auch kommen, ihre Texte werden mitgesungen. Moskau, Paris, Warschau, London, Tokio, Los Angeles, Mexiko City… Was in Deutschland von den professionellen Kulturmachern und -kritikern belächelt und abgetan wird, zeigt jedoch Wirkung. Ich lehne mich gerne aus dem Fenster und behaupte, dass Rammstein in den letzten Jahren mehr junge Leute im Ausland für die deutsche Sprache interessiert hat, als so manche staatlich finanzierte und sündhaft teure „Projektidee“. Doch sich das eingestehen wird man nie. Rammstein sind die bösen Buben, mit denen die ach so korrekten Kulturprofis nichts zu tun haben wollen. Schade, Chance verpasst!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Um zu überprüfen, dass Sie eine reale Person und kein Spam-Roboter sind, lösen Sie bitte vor dem EINTRAGEN die nachfolgende kleine Rechenaufgabe, das sogenannte CAPTCHA *