„Mommy War“

„Mommy War“. Nein, das ist nicht der neueste Horrorstreifen, in dem sich ägyptische Mumien bekriegen und auch nicht ein Film über wild umeinander prügelnde Hausfrauen auf dem Spielplatz ihrer Kleinen. „Mommy War“ ist amerikanische Politik, das Herzstück des Wahlkampfs. Es geht um die Mütter, um die Frauen, darum, ob der smarte Amtsinhaber mit seinen erneuten Versprechungen mehr auf seine Seite bringen kann, oder ob es der gegelte Herausforderer und frühere Gouverneur schafft, eine sicher geglaubte Wählerbasis der Demokraten anzuzapfen.

Barack Obama organisiert eine Frauenkonferenz und macht den anwesenden Damen dort klar, dass nur er Gleichberechtigung am Arbeitsplatz und in der Bezahlung schaffen kann. Wenn denn der Teufel von der anderen Partei gewählt werden würden, dann, ja dann würden die Frauen wieder zurück an Heim und Herd geschickt werden. KKK, Kirche – Küche – Kinder…. Das ist jetzt übertrieben, aber wenn man den Demokraten so zuhört, dann meint man wirklich, es gehe in diesem Wahlkampf um Fortschritt oder Reaktion. Hier die selbstbewußte und lachende Frau, die gekonnt Karriere und Familie jonglieren kann. Dort das traurige Trutchen mit Kittel und Kopftuch, das artig den Haushalt führt und abends mit den Pantoffeln auf ihren Brotverdiener wartet; „Wie war Dein Tag, Schatz?“.

Aber die Demokraten sind auch bekloppt. Die demokratische Beraterin Hilary Rosen hat sich in einem CNN Interview weit aus dem Fenster gelehnt und auf Angriff geschaltet. Dabei hat sie nicht richtig nachgedacht und mit ihrem Statement eine politische Lawine losgetreten. Eigentlich hat sie ja recht, wenn sie sagt, Ann Romney, die Frau des GOP-Kandidaten, sei sicherlich kein Musterbeispiel für eine Frau, die jeden Tag kämpfen muß. Ann Romney habe nie gearbeitet und konnte problemlos als Mutter daheim bleiben. Ihr Mann ist Supermillionär und mal ganz ehrlich, Ann Romney wird nicht fünf Jungs alleine groß gezogen und den Haushalt im Villenviertel geschmissen haben. Was Rosen sagen wollte, Ann Romney ist privilegiert und sie muß sich neben der Aufgabe als Mutter sicherlich nicht um Rechnungen sorgen machen, darum, dass die Kinder satt werden, zur Schule gehen, eine Zukunft haben, wie es heute viele alleinerziehende amerikanische Mütter tun müssen.

Rosens Kommentar klang allerdings so, und wurde auch so vom politischen Gegner ausgelegt, als ob sie die Aufgabe einer Mutter als banal abtut. Und der Sturm folgte umgehend. Hillary Rosen spreche für die Demokraten, meinten die Republikaner. Hier eine Frauenkonferenz, dort die Rolle der Mutter zu belächeln. Ein Unding sei das, typisch scheinheilige Demokraten. Schnell waren Obamas Leute auf Schadensbegrenzung aus und distanzierten sich von Rosen, die spreche nicht für Barack Obamas Partei. Sogar Michelle Obama twitterte durch die Gegend. Der „Mommy War“ war geboren, der Kampf um die wählende „Soccer Mum“. Die Frauen entscheiden, welcher Mann als nächstes im Weißen Haus sitzen wird.

Politik in Amerika ist schon seltsam. Doch dieser aufgekochte Konflikt zeigt nur, dass die kommenden Monate heftig werden. Der Wahlkampf wird dreckig und brutal, fies und unter der Gürtellinie geführt.

 

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