Black Tuesday für Obama

Das war kein guter Dienstag für Barack Obama. Nichts lief gut und nun beginnt man sich im demokratischen Lager zu wundern, ob es bei der Novemberwahl doch noch ganz knapp werden oder vielleicht sogar kippen könnte.

Wisconsins Gouverneur Scott Walker hat seine Abwahl abwenden können. Nachdem er 2010 ins Amt gewählt wurde und sich gleich mal politisch frontal mit den Gewerkschaften und den Demokraten anlegte, sammelten die mehr als eine Million Unterschriften für ein Abwahlverfahren. Doch Walker überlebte und jubelte noch am Dienstagabend, dass Wisconsin, das Land und die gesamte Welt jene Politiker unterstütze, die die „schweren Entscheidungen“ träfen. Er ließ dabei allerdings außen vor, dass diese „tough decisions“ nur auf Kosten der „anderen“ Wählerschicht gegangen sind. Wisconsin ist zwar ein Kleinstaat in den USA, doch aufgrund des fragwürdigen amerikanischen Wahlsystems ein sogenannter „Swing State“, der mal so und mal so wählt. Barack Obama gewann 2008 noch die Wahl dort, doch Walkers gestriger Sieg wird als Zeichen gewertet, dass die Republikaner durchaus eine Chance haben, Wisconsin für Romney zu gewinnen.

Mitt Romney war an Walkers Wahlabend in Texas unterwegs und sammelte Gelder ein. Soviel, dass den Demokraten durchaus angst und bang werden kann. An nur zwei Tagen scheffelte Romney 15 Millionen Dollar für seine Kriegskasse, das wird ein teurer Wahlkampf. Es geht wohl am Ende nicht darum, wer mit mehr Versprechungen die Wähler schwindelig redet, sondern wer am Schluß noch mal ein paar Millionen investieren kann, um den anderen Kandidaten mit Schimpf und Schande zu bewerfen.

Und dann war da auch noch Bill Clinton, der allseits bekannt kein großer Fan Obamas ist. Bill wäre lieber der First Man im Staate an der Seite seiner Hillary. Doch der Plan lief ja schief. Clinton hatte im Wahlkampf 2008 Obama gar die intellektuelle Kompetenz fürs Weiße Haus abgesprochen, doch die Wähler setzten lieber auf „Change“ und „Hope“, als auf den gealterten Staatsmann zu hören. Und am Dienstag erklärte Bill Clinton auch noch in einem Interview, dass Obama ruhig die unter Präsident Bush verabschiedeten Steuererleichterungen verlängern sollte. Eine wichtige Forderung der Republikaner im Kongress und von GOP Kandidat Mitt Romney. Und nicht nur das, Clinton meinte auch, dass Romneys Erfahrungen in der freien Wirtschaft ihn mehr als genügend für das Weiße Haus qualifizierten. Damit unterminierte er die Wahlkampfstrategie des Obama Teams, die dem republikanischen Kandidaten Haifischpolitik vorwerfen.

Kein guter Dienstag also für Barack Obama. Er sollte sich nun wohl voll auf den Wahltag im November konzentrieren, denn wie sagte es Bill Clinton gestern, bis Anfang nächsten Jahres wird sowieso nichts mehr in Washington entschieden werden.

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