Der Biss des Vegetariers

Letzte Woche bekam ich das Leseexemplar von Gianna Peradas Erstlingswerk „Blood Life“ zugeschickt. Ein Vampirroman, blutig und mit viel Biss, wie er sein sollte. Lecker! Und dann lese ich heute von einem ganz anderen Biss, der aus Carnivoren Vegetarier macht. Kein Scherz, Fleischesser werden zu Gemüseliebhabern und das nur, weil eine kleine Zecke mit weißem Punkt auf dem Rücken sie gebissen hat.

„Lone Star Tick“ heißt der Sauger, ein Name wie aus einem Western. Man stelle sich folgendes Szenario vor, ein BBQ am Waldrand. Die Zecke krabbelt unbeobachtet und unerkannt am Bein hoch, beißt sich in die Kniekehle und spotzt ihren Saft in die kleine Wunde. Der Gepeinigte kratzt sich mal, denkt sich aber weiter nichts böses, isst seine Grillwurst und sein Kotelett. Doch dann, nach drei bis sechs Stunden kann es zu einem Ausschlag bis hin zu einem vollen anaphylaktischen Schock kommen. Und diese Reaktion bleibt, auch beim nächsten und übernächsten mal des Fleischkonsums. Nicht nur das, eine bleibende Fleischallergie entwickelt sich. Wissenschaftler haben bislang nur die Verbindung zwischen dem Zeckenbiss und dem Fleischessen erkannt, doch was und wie und warum, das können sie nicht erklären.

Hunderte von Fällen sind bereits an der amerikanischen Ostküste aufgezeichnet worden. „Das ganze ist kompliziert“, meint Dr. Scott Commins von der University of Virginia in Charlottesville. „Wir glauben, es hat etwas mit der Speichelflüssigkeit der Zecke zu tun“. Überrascht sind die Wissenschaftler auch vom zeitlichen Rahmen der auftretenden allergischen Reaktionen. Drei bis sechs Stunden nach dem Fleischkonsum ist ungewöhnlich für das Auftreten einer Allergie. Nun hofft man in Laborversuchen mehr über die Zusammenhänge der „Lone Star“ Zecke und ihrem vegetarischen Liebesbiss zu erfahren. Die Story könnte sich zu einem Horrorszenario für alle Grillfreunde entwickeln.

 

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