Der „Nussknacker“ im See

Ich schwimme gerne in Seen. In Deutschland, Skandinavien, Schweiz und anderen europäischen Ländern, in den USA, Kanada, Ruanda, Uganda, Burundi. Lake Kivu und Tanganjikasee, einfach himmlische Orte im Herzen des schwarzen Kontinents, um ins kühle Nass zu springen. Doch gerade in Afrika muß man aufpassen, denn im Wasser kreucht und fleucht so einiges, dem man(n) nicht zu nahe kommen sollte. Das bekannte Viech, dass sich da durch die Harnröhre hoch arbeitet, ist leider kein Ammenmärchen.

Auch Bilharziose, benannt nach dem deutschen Tropenarzt Theodor Bilharz, der bereits 1851 den Erreger entdeckt hatte und dessen Name nun für einen ganz fiesen Parasiten herhalten muß, auch das findet man in vielen Seen Afrikas. Dabei bohrt sich ein kleiner Saugwurm durch die Fußsohle in den Körper und wandert über die Blutgefäße zur Leber. Voll eklig, da hilft dann nur noch die Chemokeule!

Nun braucht man jedoch gar nicht mehr nach Afrika fahren, um irgendwas unschönes im Wasser zu treffen. In einem See in Illinois hat man nun Pacus gefunden. Eigentlich sind das Fische, die es nur in Südamerika gibt, aber anscheinend hat ein Zeitgenosse die Flossentierchen in Lake Lou Yaeger ausgesetzt. Bis zu 20 kg schwer können die Fische werden, sie ernähren sich von Nüssen, Wasserpflanzen und Schnecken. Alles kein Ding, wenn die Pacus nicht in ihren heimischen Gewässern des Amazonas Beckens als  Cousins der Piranhas bekannt wären. Anfang der 90er Jahre wurden sie auch in einer „weitsichtigen“ Aktion in Papua-Neuguinea ausgesetzt, um die dortige Fischerei anzukurbeln. Und dort werden die Pacus seitdem „Ball Cutter“ genannt, was daran liegt, dass wohl schon einige Schwimmer mit mehr ins Wasser gingen und mit weniger herauskamen. Die Pacus mögen anscheinend den Biss in die männlichen Nüsse.

Nun also schwimmen sie im Lake Lou Yaeger in Illinois. Mal sehen, wann die Küstenwache und die National Guard zu diesem nationalen Krisenherd beordert werden.

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