Oktoberfest in der Wüste von Nevada

Alex aus Lengries in Oberbayern dachte, „Burning Man“ sei so ein Fest in der Wüste „zehnmal größer als das Oktoberfest“. Na ja, viel Bier wird auch hier getrunken, aber das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Zum 26. mal fand in diesem Jahr das „Burning Man“ Festival statt, und dieses mal, war es ein Fest der Extreme. Hitze und ein Wind, der alles und jeden von oben bis unten mit einem weißen Wüstensand bestäubte.

„Rocky Horror Picture Show“ trifft auf „Mad Max“ und die „Love Parade“, so in etwa muß man sich dieses alljährliche Festival in der Einöde von Nevada vorstellen. Zumindest bildlich, denn „Burning Man“ ist mehr als nur ein Riesenfest. Es ist nicht kommerziell, es geht um ein gemeinsames Miteinander, es geht um beeindruckende Kunst im Wüstensand, es geht um Selbstversorgung und Selbstinszenierung. Man kann alles sehen, erleben, durchleben. „Burning Man“ ist Kunstfestival mit Hunderten von Skulpturen und Monumenten, klein und groß, phantasievoll und schräg. Aber es ist auch Rave-Party ohne Ende, ausgelassenes Happening jeglicher Art. Dort auf dem riesigen Gelände kann man nichts kaufen, alles muß mitgebracht werden. Mülleimer gibt es nicht, alles muß auch wieder mitgenommen werden. Ein Ereignis, das einen immer wieder an seine Grenzen führt.

In diesem Jahr traf ich eine Gruppe Münchner Design Studenten, die mithilfe der Schweizer Förderung „Swissnex“ ein Kunstobjekt auf der Playa bei „Burning Man“ realisierten (wo bitte war das Goethe-Institut?). Eine beeindruckende Lounge aus 250.000 Plastik Kabelbindern, bequem und viel besucht von den Besuchern des Festivals. Auf dem Bild die Gruppe in einem der sesselartigen Konstrukte.

„Burning Man“ ist nur schwer mit Worten zu beschreiben. Für jeden und jede, der oder die dort hinkommt ist das Ereignis etwas anderes. Manche machen rund um die Uhr Party, andere genießen den spirituellen Raum, erleben Kunst in einer ganz neuen Form, wieder andere testen ihre physischen Grenzen in einer unwirklichen Welt aus. Interessant bei allem ist, dass die Menschen hier zusammen kommen. Diese „Burning Man“ Gemeinschaft, ohne Geld, sozial- und umweltbewußt, kreativ und global denkend ist so untypisch für Amerika….und dennoch, nur hier in den Vereinigten Staaten von Amerika kann so ein Festival wie „Burning Man“ entstehen  und bestehen. Es ist ein Freiraum, der eben auch ein Stück weit diesems faszinierende Land ausmacht.

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