Todesstrafenbefürworter auf Death Row

Am 6. November wird in Kalifornien auch über die Zukunft der Todesstrafe abgestimmt. Jeanne Woodford, die Leiterin von „Death Penalty Focus“, ist sich sicher, dass die Wähler in diesem Bundesstaat der Höchststrafe ein Ende setzen. Damit würden die Strafsätze der 725 Todeskandidaten in eine lebenslängliche Haftstrafe ohne Aussicht auf Bewährung umgewandelt werden.

Doch wenn man mit zum Tode Verurteilten in San Quentin spricht, dann ist man von den Antworten der Häftlinge mehr als überrascht. Sie nämlich wollen zum Großteil das jetzige System beibehalten. Das liegt sicherlich auch daran, dass seit 1978 erst 13 Häftlinge hingerichtet wurden. Die Todesstrafe in Kalifornien, wie Jeanne Woodford es beschreibt, eine Fiktion ist. Hauptgrund für die Haltunge der Todeskandidaten ist jedoch, dass der kalifornische Staat für „Death Row“ Fälle weitaus mehr Geld und Einspruchmöglichkeiten zur Verfügung stellt, als in „normalen“ Mordfällen. Das hieße für den Großteil der jetzigen Todeskandidaten, dass sie schon jetzt das Ende der Fahnenstange erreicht hätten und keinerlei, wenn auch nur theoretische, Aussicht mehr auf eine Freilassung hätten.

Wenn man mit „Death Row“ Insassen spricht, sagen einem viele, sie haben die Tat, für die sie verurteilt wurden nicht getan. Andere meinen, die Anwälte im Verfahren hätten vieles nicht beachtet oder übersehen, seien unfähig gewesen. Wichtig für diese „Capital Crime“ Fälle ist auch, dass sie nach einem staatlichen Richter in Kalifornien, der gewählt wird, auch noch einem Bundesrichter vorgelegt werden. Und der wird auf Lebenszeiten berufen, heißt, er muss sich nicht zur Wiederwahl stellen und kann diese Fälle wirklich objektiv und ohne eigene Interessen und Bedenken betrachten.

Auf alle Fälle ist Proposition 34 auf „Death Row“ umstritten. Dennoch, es geht um eine Neuausrichtung der Strafjustiz in Kalifornien, um eine Reform, für die viel Geld benötigt wird. Geld, das beim System Todesstrafe eingespart werden kann und sollte. In diesem Fall sollte man wohl die Einwände der Betroffenen vollends außer acht lassen.

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