Obama ist an allem schuld

Im Januar 2009 lag der Spritpreis für eine Gallone Benzin in Kalifornien bei 1,78 Dollar. Nun im Wahlkampf 2012 zahlt man für die gleichen 3,78 Liter fast fünf Dollar, an manchen Tankstellen sogar noch mehr. Und schuld ist nur der Obama! Das zumindest behaupten die Republikaner und sein Herausforderer im Präsidentschaftswahlkampf Mitt Romney. „Geht es Ihnen besser als vor vier Jahren?“, fragt der regelmäßig bei Wahlkampfauftritten und führt die höheren Spritpreise als Beleg dafür an, dass Amerikaner unter Obama leiden, sogar an der Zapfsäule.

Der Präsident ist schuld. So wie Bundeskanzlerin Merkel auch an den hohen Benzinpreisen in Deutschland schuld ist. Oder ist dafür auch Obama verantwortlich? Das könnte ja dann sogar eine diplomatische Krise im deutsch-amerikanischen Verhältnis auslösen. Ich sehe schon wütende Protestaktionen und verbrannte US Flaggen vor der Botschaft in Berlin.

Und dann die Jobkrise in den USA. Die jüngsten Zahlen zeigen, der amerikanische Arbeitsmarkt erholt sich, langsam aber stetig. Doch für Romney ist das nicht gut genug, er sagt, eine Erholung auf dem Jobmarkt sehe anders aus, vor allem, wenn er der Präsident der USA sein wird.

Romney fühlt derzeit einen Rückenwind. Nach seiner ersten Debatte, die für ihn erfolgreich lief – auch wenn seine Fakten hinten und vorne nicht stimmten – stand er am Ende als der Strahlemann da. Nicht unbedingt, weil er so gut und überzeugend war, sondern eher, weil Barack Obama die dünne Luft, die kurze Nacht, die enge Krawatte, das kratzige Unterhemd oder was auch immer beeinflußte und nervös machte. Nein, das ist keine Entschuldigung für das katastrophale Auftreten des Präsidenten, das war wirklich unter aller Kanone.

Obama ist der Buhmann, er ist an allem schuld. An der Wirtschaft und der Außenpolitik, an einem wachsenden Heer von „Sozialschmarotzern“ und Terrorangriffen in Nordafrika und Afghanistan. Auch das Wetter war damals in den Vor-Obama Jahren viel besser, ich finde, auch das sollte man ihm endlich mal ankreiden.

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