Geld regiert die Welt

Wenn diese Weisheit stimmt, dann wird wohl Mitt Romney die Wahl am Dienstag gewinnen. Denn er hat bereits 989 Millionen Dollar für seinen Wahlkampf ausgegeben. Präsident Barack Obama „erst“ 928 Millionen Dollar. Es wird allerdings davon ausgegangen, dass beide Lager die Milliarden Dollar Grenze auf der Zielgeraden überschreiten werden.

Damit ist dieser Präsidentschaftswahlkampf der teuerste aller Zeiten geworden. Eben bis zum nächsten mal, denn die Dollarschlacht wird ja alle paar Jahre neu eröffnet. Und man muß beachten, dass diese Geldmengen nur für das Rennen ums Weiße Haus eingesetzt werden. Es wird aber auch noch, wie alle zwei (!) Jahre so üblich, das gesamte Abgeordnetenhaus und Teile des Senats neu gewählt. Hinzu kommen noch Abstimmungen auf lokaler, regionaler und bundesstaatlicher Ebene, in die zum Teil auch massiv mit Millionendollarbeträgen von Lobbygruppen investiert wird. Insgesamt locker noch einmal eineinhalb Milliarden Dollar. Die Wahlkampfindustrie boomt in den USA.

Übermorgen ist Wahltag. Die Kandidaten sind im Endspurt, jeder erklärt, er sei der richtige für den Job für die nächsten vier Jahre. Nocheinmal wird die sündhaft teure Wahlkampfmaschine angeheizt, was es bringt, wird sich zeigen. Klar ist nur eines, wer glaubt, am Dienstag wird eine Entscheidung für einen bereits eingeschlagenen oder neuen Weg in den USA getroffen, der irrt gewaltig. Wenn Obama es schaffen sollte – was derzeit sehr wahrscheinlich ist, die letzten Umfragen belegen, dass er in etlichen „Battleground States“, wie Virginia, Ohio und Florida vorne liegt – dann wird er einen Kongreß bekommen, der offen und ohne Vorbehalte alles stoppen und blockieren wird, was aus dem Weißen Haus kommt.

Wenn Romney es wider Erwarten packen sollte, dann wird er sehr schnell einsehen müssen, dass seine Wunsch- und Geschenkeliste für Unterstützer und Lobbyisten nicht so einfach umzusetzen sein wird. Denn klar ist, Amerika steckt tief in der Problemzone, viel Spielraum bleibt da nicht, um zu handeln. Der Karren sitzt fest, eigentlich bräuchte Amerika eine geeinte Front aus Republikanern und Demokraten, um gemeinsam vorwärts zu kommen. Aber das wird nicht passieren. Die Nation ist gespalten, und egal wie es am Dienstag ausgehen wird, der Graben zwischen den beiden politischen Lagern wird nur noch tiefer werden. Armes Amerika.

3 Kommentare in “Geld regiert die Welt

  1. Kopf hoch, nach der Wiederwahl am Dienstag kann es dann mit dem Krieg gegen den Iran/Syrien losgehen. Das Rohöl ist gebunkert, die Trägergruppen sind schon in den Bereitstellungsräumen. Dann geht es auch mit der US Wirtschaft wieder bergauf. Sie wissen doch, für so ein Land wie die USA, für das der Krieg das primäre Geschäftsmodell ist, ist doch der Frieden das eigentliche Problem.

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