Die Frauen von Ciudad Juarez

Die Frauen von Ciudad Juarez     

Ciuadad Juarez liegt gleich neben El Paso, Texas. Ein paar Brücken über den Rio Grande verbinden die beiden Städte. So nah wie Nürnberg zu Fürth, und doch trennen die beiden Kommunen Welten. El Paso gilt als eine der sichersten nordamerikanischen Großstädte, Ciuadad Juarez erholt sich gerade von einem der blutigsten Drogenkartellkriege in der Geschichte Mexikos. Seit dem Ausbruch der Schießereien Anfang 2008 wurden weit über 10.000 Menschen in Juarez umgebracht. Es gab Tage, da lagen 25 und mehr Tote auf den Straßen, die Leichenhalle der Polizei platzte aus allen Nähten. Es gab Monate da wurden 300 und mehr Tote gezählt. Es gab Stadtteile, das traute sich die Polizei nicht mehr rein, aus Angst beschossen zu werden, wenn sie eine weitere Leiche abholen wollte. Die Armee patroullierte durch die Stadt, man wusste nie, was hinter der nächsten Ecke auf einen wartete. Das gesamte öffentliche Leben kam zum Stillstand. Ciuadad Juarez glich nach Ausbruch der Dunkelheit einer Geisterstadt.

Tausenden von Toten in einem der blutigsten Drogenkartellkriege, Anarchie auf den Straßen, da interessierte sich kaum noch jemand für die Sicherheit der Frauen von Juarez. Seit den frühen 90er Jahren verschwanden immer wieder, zumeist junge Frauen, spurlos. Manchmal wurden ihre schwer mißhandelten, entstellten und vergewaltigen Körper irgendwo gefunden. In der Wüste, auf einer Müllhalde, in einem Graben. Was genau geschah, wurde nie geklärt.

Der Drogenkartellkrieg in Juarez hat sich gelegt, die Seiten haben sich geklärt. Das Sinaloa Kartell hat den blutigen Krieg um die Drogenwege in den größten Drogenmarkt der Welt, die USA, gewonnen. Im Juli verzeichneten die Behörden „nur noch“ 48 Ermordete. 33 Erschossene, sieben Erschlagene, sechs Erwürgte, zwei Erstochene. Das ist eine gute Meldung in einer Stadt, die schon fast aufgegeben wurde.

Doch die Situation für die Frauen von Juarez hat sich nicht verbessert. Nach wie vor wird von Seiten der Behörden abgewehrt, verschleiert, kaum ermittelt. Der Audiobeitrag (siehe oben) beschreibt, wie man in Ciuadad Juarez seit fast 20 Jahren damit lebt, dass Frauen einfach immer wieder spurlos verschwinden.

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