Der Klang eines Bildes

Der Klang eines Bildes     

Patrick Feaster ist ein Musikethnologe an der Indiana University Bloomington. Er liebt die alten Klänge. Irgendwann war er im Archiv der Uni und fand ein Buch, in dem Photos von alten Grammophon Platten abgedruckt waren. Darunter auch die Aufnahme „Der Handschuh“ von Friedrich Schiller vom 11. November 1889. Vorgetragen von Emil Berliner, einem deutschen Auswanderer, der in den USA viele bahnbrechende Erfindungen hatte, darunter auch das Grammophon. Feaster ist überzeugt, dass diese Berliner Aufnahme wohl die älteste Schallplatte überhaupt ist, allerdings nicht die älteste Tonaufnahme.

Der Musikethnologe schaute sich die Bilder genauer an, vergrößerte sie und stellte fest, dass man die Spuren der Platte eindeutig verfolgen konnte und, dass sie klare Strukturen einer Schallplattenrille aufwiesen. Wenn man sie sehen konnte, so meinte Feaster, müßte man sie doch auch hörbar machen können. Also begann ein zeitaufwendiger Prozess, in dem der Musikethnologe die Spur der Schallplatte erst extrem vergrößerte, sie dann begradigte und zerstückelte, um sie danach wieder in einem Computerprogramm zusammen zu setzen. Kleine Fehler bei Schnittstellen und bei der Bildauflösung wurden ausgebessert. Das ganze wurde dann in das Programm „ImageToSound“ geladen, das bildliche Daten in eine WAV File umwandelt. Das Ergebnis war mehr als beeindruckend. Die Aufnahme von Emil Berliner aus dem Jahr 1889 war wieder zu hören. Dazu oben der Audiobeitrag.

 

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