Kalifornien will hinrichten

Kalifornien hat ein Problem. Der Todestrakt platzt aus allen Nähten. Im veralteten Staatsgefängnis von San Quentin warten rund 700 Männer auf ihre Hinrichtung. Die 19 Frauen auf „Death Row“ sind woanders untergebracht. Seit nunmehr siebeneinhalb Jahren wurde in Kalifornien keine Exekution mehr durchgeführt. Der Staat streitet sich mit den Gerichten über einen Giftcocktail aus drei Substanzen. Die Richter sagen, diese Mischung füge den Todeskandidaten unnötig Schmerzen zu. Hinzu kommt, dass Kalifornien bislang auch Sodium Thiopental nutzte, ein Mittel, das in den USA nicht mehr hergestellt wird. Europäische Produzenten weigern sich mittlerweile in die USA zu liefern, weil es eben auch bei Hinrichtungen eingesetzt wird.

Nun lenkt die Regierung in Sacramento ein. Man wolle in Zukunft nur noch ein überdosiertes Mittel für Hinrichtungen verabreichen. Ganz einfach, ganz schnell, ganz praktikabel. Das Gericht muß dem noch zustimmen, dann kann in Kalifornien wieder hingerichtet werden. Gleich 12 Häftlinge stehen ganz oben auf der Liste, die ihre Einspruchmöglichkeiten ausgeschöpft haben.

Kurioserweise ist der derzeitige Gouverneur Jerry Brown erklärter Todesstrafengegner. Und auch die kalifornische Generalstaatsanwältin, Kamala Harris, lehnt die Höchststrafe ab. Beide sind Demokraten. Es wird sich zeigen, ob sie wirklich mit der Wiederaufnahme der Exekutionen ernst machen und sich damit gegen eine breite Basis ihrer Wähler stellen.

 

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