Krautrock Rettungsaktion

Die Briten, die Amerikaner und die Japaner lieben Krautrock. Und darunter versteht man ein weites Feld. Die sphärischen Klänge eines Klaus Schulze genauso, wie die verquasteten Klangbäder von Faust oder die weit offene Soundlandschaften von Can. Was sich in den 70er Jahren in Deutschland entwickelte und im eigenen Land so gut wie unterging, stieß in Übersee auf riesiges Interesse. Da wurde etwas produziert, was den Begriff Musik ganz neue definierte. Der WDR sprach in einer frühen Dokumentation über Faust von Krach, doch was die Klang-Revoluzzer da anstellten, veränderte und beeinflusste die internationale Musikszene.

Die Verehrung dieser schrägen Krauts ging so weit, dass in Tokio sogar ein Museum für progressive Musik entstand, in dem ein extra Bereich für die Krautrock Helden eingerichtet wurde. Es ist wohl der einzige Platz auf der Welt, in dem Wachsfiguren von Zappi Diermaier und Hans-Joachim Irmler von Faust, Klaus Schulze und Manuel Göttsching von Ash Ra Tempel zu finden sind.

Doch nach 30 Jahren ist das Museum gefährdet. Der Mietvertrag im Tokyo Tower läuft zum 1. September aus. Noch ist unklar, was mit der einmaligen und einzigartigen Ausstellung geschehen wird. Aus deutscher Sicht wäre das mehr als traurig, wenn die Wachsfiguren und all die gesammelten Objekte und Informationen in ihrer Fülle verloren gingen, denn Krautrock ist einer der wenigen Musikbereiche, der Deutschland auf die internationale Bühne hob.

In den USA überlegt man nun, wie man zur Rettung der Ausstellung und des Museums beitragen kann. Alles ist offen…wie eben der Klang des Krautrocks.

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