Die Macht und Ohnmacht eines Wortes

In den USA wird derzeit heftigst darüber diskutiert, ob das, was am 3. Juli in Ägypten passierte, ein „Coup“, ein Putsch war oder nicht? Eigentlich ist klar, es war einer, doch nun beginnt ein Eiertanz um dieses Wort. Wenn es denn einer war, müßte Washington handeln, wäre gezwungen, zu handeln. Und dabei geht es nicht nur um die Streichung von Militärhilfe an die Regierung in Kairo. Es geht um eine moralische Stellungnahme.

Das ganze erinnert an die Ereignisse im Frühjahr 1994. Damals war auch ein demokratischer Präsident im Weißen Haus. Und damals wurde auch ein Eiertanz um ein Wort geführt. Das Abwarten hat damals Hunderttausenden von Menschen das Leben gekostet. Ein hoher Preis für ein Wort. Hier die Abschrift einer Sequenz aus dem Dokumentarfilm „Ghosts of Rwanda“, in der eine Pressekonferenz im Außenministerium in Washington gezeigt wird:

Sprecher: After the Holocaust, the World said never again. And adopted a UN convention, requiring that future genocides be stopped. When genocide happened in Rwanda, the United States along with most other governments, simply avoided using the word.

Journalist: Comment or view, whether or not what is happening in Rwanda could be genocide?
Christine Shelly, State Dept. Spokesperson: Well, as I think you know the use of the term genocide has a very precise legal meaning, although it’s not strictly a legal determination. There are other factors in there as well. When in looking at a situation to make a determination about that before we begin to use that term, we have to know as much as possible about the facts of the situation.

 

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