Die beste und größte Galerie der Welt

Staub, Hitze, Dreck, kein fließend Wasser. Und selbst ein drohener Militärschlag gegen Syrien konnte 60.000 Menschen nicht davon abhalten, erneut in die Black Rock Desert in den Norden Nevadas zu pilgern. Ja pilgern, denn das jährliche „Burning Man“ Festival in der Wüste ist mehr als nur eine riesige, nicht enden wollende Party. Die Landschaft, die Menschen, das, was da passiert, ist für viele zu einer Kraftquelle geworden, die man schlecht in Worte fassen kann. Es ist leicht, „Burning Man“ als ein Treffen nackter Hippies abzutun. Doch das zeigt nur, dass man nichts von dem verstanden hat, was dort wirklich passiert.

„Burning Man“ ist ein Treffpunkt von kreativen Menschen aus aller Welt geworden, die tief beeindruckende und bewegende Kunstobjekte auf die „Playa“ der Black Rock Desert transportieren. Einige Kunstwerke sind mehrere Tonnen schwer, wie diese rund 30 Meter Stahlkonstruktion einer nackten Frau oder der heulende Wolf, tief verankert im Boden des ausgetrockneten Sees. Einiges, was hier an Kunst präsentiert wird, ist kritisch, anderes faszinierend, wieder anderes bringt mich an die Grenzen meines Kunstverständnisses. Alles ist da zum Anfassen und es ist den Elementen ausgesetzt, der Hitze und den Sandstürmen.

Andere „Burner“ kommen hierher mit Themencamps, wie in einer „richtigen“ Stadt ist hier alles zu finden. Von Diskussionsrunden mit klugen Köpfen, bis hin zu Kursen für Handwerkarbeiten, Massagen, Yoga, Rollerskating, Rechtsbeistand, Radiostationen, Bühnen, auf denen Theater gespielt, improvisiert, musiziert wird. Einige Camps haben eine sexuelle Ausrichtung, da wird alles ausprobiert und gelehrt und gezeigt…was es alles gibt(?!)… man kann teilnehmen, man muß hier aber gar nichts. Ganz unterschiedliche Menschen zieht es hierher, die alle auf ihre Weise etwas mit zurück in ihr „wirkliches“ Leben nehmen. Und sie kommen von überallher. Deutsche, Franzosen, Ungarn, Russen, Agentinier, Spanier, Südafrikaner, Tschechen, Holländer, Engländer, Kanadier….und auch aus den USA reisen sie aus allen Landesteilen an, um dabei zu sein.

Wenn man nachts tief draussen auf der „Playa“ steht, die Wohnwagen und Zelte, die Camps und Buden liegen mehrere Kilometer entfernt, über einem der klare Wüstenhimmel, es pulsiert und ist laut von den Technobeats, Lichter und Feuer blinken und züngeln, und man denkt daran, dass hier eigentlich nichts ist, als der Staub unter den Füßen. So seltsam es klingen mag, in solch einem Moment hat man ein Lächeln im Gesicht, fühlt sich durch und durch wohl.

Seit 26 Jahren gibt es nun „Burning Man“. Es ist ein Festival der Superlative. Nichts ist kommerzialisiert, es gibt keine Werbungen und Logos von bekannten Firmen. Alles  ist hierher transportiert worden, es gibt nichts zu kaufen. In die Bars und Clubs geht man mit seinem Becher und bekommt etwas zum Trinken. In den Cafes und Restaurants wird man verköstigt. „Burning Man“ findet auf vielen Ebenen statt. Man unterhält sich, lächelt, lernt sich kennen, teil das, was man hat. Und irgendwann fragt man sich, warum so ein Miteinander nur einmal im Jahr sein kann.

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