Handschlag mit dem Teufel

Es dauerte nicht lange, da reagierten die Falken in Washington. Die Welt traf sich in Johannesburg zu einer Gedenkveranstaltung für den verstorbenen Nelson Mandela, doch in den USA wurde eine Geste breit diskutiert. Barack Obama schüttelte die Hand von Kubas Präsidenten Raul Castro.

Senator John McCain meinte: „Das ist Propaganda für Raul, dessen diktatorisches, brutales Regime aufzuwerten. Warum sollte man jemandem die Hand schütteln, der Amerikaner inhaftiert hält?“ Senator Marco Rubio, Sohn von kubanischen Einwanderen und Präsidentschaftskandidat der Republikaner in Warteschleife, erklärte, das Castro Regime unterhalte nach wie vor enge Kontakte zu Terrororganisationen. „Wenn der Präsident schon seine Hand schüttelt, hätte er ihn fragen nach den Grundfreiheiten fragen sollen, für die Mandela stand und die in Kuba verwehrt bleiben“, meinte der Senator aus Florida.

Doch genau diese Werte, für die Mandela stand, sprach Obama in seiner Rede an. „Es gibt zu viele Führer, die sich solidarisch mit Madibas Kampf für Freiheit zeigen, die aber keinen Widerspruch von ihrer eigenen Bevölkerung dulden“. Irgendwie kamen wohl die Bilder im amerikanischen Fernsehen an, aber nicht der Ton. Zumindest schossen sich die konservativen Talk Show Moderatoren und die Medien auf Obamas Handschlag ein. Was er sagte, wurde dabei schlichtweg übergangen. Das ist ein Beispiel dafür, wie vergiftet die politische Lage in Washington ist.

 

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