Der Kampf um ein Mädchen, das tot ist

Jahi McMath ist tot. Das sagen die Ärzte im Children’s Hospital Oakland, das sagt ein unabhängiger Mediziner, der als Sachverständiger vom Gericht eingesetzt wurde. Doch die Eltern sehen das anders, sind fest davon überzeugt, dass noch ein Wunder geschehen wird, dass ihr Mädchen nicht hirntot ist, dass sie wieder aufwachen und genesen wird.

Der unabhängige Arzt wurde eingeschaltet, um die Sachlage zu prüfen, denn das Krankenhaus wollte die Beatmungsmaschine am Bett von Jahi McMath abschalten. Die Eltern klagten, vor Gericht einigte man sich auf den Mediziner von draussen. Der kam, untersuchte und stimmte mit den Ärzten des Hospitals überein, dass das Mädchen hirntot sei und es keine Chance auf eine Genesung gebe. Der Richter setzte daraufhin den Termin zum Abschalten der Maschinen auf Montag 17 Uhr fest.

Damit wollten sich die Eltern allerdings nicht abfinden. Sie bekamen Unterstützung von zahlreichen katholischen Ärzten, „Pro Life“ Organisationen und Aktivisten. Der Fall Jahi McMath gleicht immer mehr dem der Terri Schiavo in Florida, die 2005 nach einem jahrelangen rechtlichen hin und her starb. Am Donnerstag erklärten die Eltern des 13jährigen Mädchens nun, dass sie eine Pflegeeinrichtung in der Bay Area gefunden haben, die Jahi aufnehmen wolle. Allerdings müßten dazu zwei operative Eingriffe erfolgen, um das Mädchen transportieren zu können, so der Anwalt der Familie, Chris Dolan.

Das jedoch könnte schwierig werden. Das Children’s Hospital in Oakland veröffentlichte umgehend eine Stellungnahme, in der es hieß, dass der zuständige Richter solch einen Eingriff nicht angeordnet habe und man sich genau an die Vorgaben des Gerichts halten werde, am Montag 17 Uhr Ortszeit die Maschinen abzustellen. Und weiter: „Children’s Hospital Oakland glaubt nicht, dass chirurgische Eingriffe am Körper einer verstorbenen Person eine angemessene medizinische Praktik ist.“ Der Richter wird wohl auch darüber entscheiden müssen. Der Fall der Jahi McMath wird immer bizarrer.

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