91 Morde zu viel

In der Silversternacht starb eine 21jährige, das 91. Mordopfer in Oakland in 2013. Bürgermeisterin Jean Quan jubelte noch kurz zuvor, dass aufgrund all ihres Einsatzes die Mordrate in der Stadt deutlich gesunken sei. Ja, das ist sie, von 131 im Jahr 2012 auf nunmehr 91. Doch Quan und ihre Behelfstruppe im Rathaus sind dafür nicht verantwortlich zu machen. Ganz im Gegenteil, im Laufe der Amtszeit der Bürgermeisterin hat sich Oakland zur Hauptstadt der Einbrüche und bewaffneten Überfälle entwickelt. Auch die Gewaltkriminalität, wie Vergewaltigungen, hat drastisch zugenommen. Ganz zu schweigen von den Schießereien im Stadtgebiet. Im abgelaufenen Jahr wurden über das „Shot Spotter System“, eine Art Zählmaschine für abgefeuerte Schußwaffen im Stadtgebiet, mehr als 4000 (!) Vorfälle registriert. Das sind pro Monat mehr als 300 Zwischenfälle. Die Anzahl der durch Schußwaffen Verletzte wird von der Oakland Police Force nicht geführt, da die Dunkelziffer zu hoch ist. Allerdings gab es mehr als 500 gezielte Schießereien, zumeist zwischen rivalisierenden Gangs. Von einer Deeskalation oder einer verbesserten Sicherheitslage in meiner Wahlheimat Oakland kann also gar keine Rede sein.

Im November stehen hier Bürgermeisterwahlen an. Jean Quan sammelt bereits fleissig Geld für ihre Wiederwahl. Die egozentrische Politikerin hofft auf einen erneuten Wahlsieg im katastrophalen Wahlsystem der Stadt. Hier gilt das sogenannte „Rank Choice Voting“. Der Wähler gibt dabei nicht nur seine Stimme für seine Kandidaten oder Kandidatin ab, sondern auch seine zweite und dritte Wahl. Wenn ein Kandidat nicht die absolute Mehrheit an Erststimmen erzielen kann, werden die Zweit- und Drittstimmen ausgewertet. Das soll eine Stichwahl verhindern. So schaffte es Jean Quan schon 2010 mit weniger Erststimmen als ihr direkter Konkurrent das Bürgermeisteramt zu gewinnen.

Quan will weiter in Oakland regieren, dafür setzt sie schon jetzt die Ellbogen ein. Doch erklären wird sie sich müssen. Ihre Erfolgsbilanz ist in jeder Hinsicht mehr als mager, Oakland ist zu einer der gefährlichsten Städte in den USA geworden. In den frühen Morgenstunden des 1. Januar wurde ein 13jähriger Junge auf offener Straße erschossen. Die Statistiker können wieder von vorne anfangen.

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