The State of the Union is strong

„The State of the Union is strong“. Eigentlich sagt das ja jeder Präsident. Muß er auch irgendwie, denn wer sagt schon gerne, dass die Lage alles andere als gut ist. Mehr Jobs, die Wirtschaft funzt, die Welt blickt neidisch auf dieses Amerika. Diese Reden zum Jahresbeginn ähneln sich, egal ob da ein Demokrat oder ein Republikaner am Mikrofon steht. Ein bisschen Politik wird gemacht, ein bisschen schielt man schon auf die kommenden Wahlen. Der Kongress sollte endlich handeln für die Mittelklasse, für hart arbeitende Amerikaner, für Schüler und Studenten, für die Energieunabhängigkeit, für die Gleichberechtigung von Mann und Frau, für Gerechtigkeit in der Gesellschaft, ach ja, wer Amerika angreift, kriegt einen auf die Mütze. Deutliche Worte an die Terrorfraktionen rund um den Globus.

Dann wird etwas vom American Dream eingeworfen, die Immigranten, die hierher kommen und sich mit Tatendrang ans Tageswerk machen, sich hoch arbeiten, ihren Kindern eine bessere Zukunft ermöglichen, die in Mexiko, Mittelamerika, irgendwo in Asien oder auch in Europa nicht möglich war. Hierher kommen sie alle, in „God’s Country“…God bless America.

Dann die obligative und durchaus auch berechtigte Verneigung vor den Frauen und Männern in Uniform. Komisch nur, dass die, die da irgendwo in einem Wüstensand oder einem entlegenen Flecken Erde für Amerika kämpfen, eigentlich nie die Kinder der Kongressabgeordneten sind. Und welcher Präsident war eigentlich schon mal im Einsatz? In vorderster Reihe, direkt vor dem „Commander in Chief“ sitzen die Generäle des militärischen Führungsstabs, neben der First Lady ein schwer verwundeter Veteran. Die Bilder ähneln sich Jahr für Jahr.

Die „State of the Union“, die Rede zur Lage der Nation, ist ein immergleiches Schauspiel. Amerika feiert sich selbst. Ein bißchen werden die Differenzen zwischen Republikanern und Demokraten unterstrichen, aber irgendwie sind wir doch alle Amerikaner an diesem Abend. Allein der Blick in die Berichterstattung der Medien aus Übersee zeigt, wie diese nichtssagende Rede überbewertet wird. Der Präsident macht an diesem Abend keine Politik. Er packt das, was in den letzten 12 Monaten gelaufen ist…oder schief gelaufen ist… in schöne Worte. Applaus. Standing Ovations. America, the land of milk and honey .

„But if we work together; if we summon what is best in us…with our feet planted firmly in today but our eyes cast towards tomorrow, I know it’s within our reach. Believe it. God bless you, and God bless the United States of America.“

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