Das Leid der Kinder

Jedes Jahr versuchen rund 140.000 Menschen illegal die Grenze zwischen Mexiko und den USA zu überwinden. Viele von ihnen schaffen es nicht, werden von amerikanischen Grenzbeamten verhaftet. Andere sterben in der Wüste, verdursten, brechen entkräftet zusammen. Wieder andere werden auf der mexikanischen Seite von Banden überfallen, ausgeraubt, vergewaltigt, ermordet. Das menschliche Drama an der südlichen Grenze der USA ist ein täglicher Alptraum.

Nun haben die Behörden in Mexiko Alarm geschlagen. Innerhalb einer Woche im März haben sie 370 Kinder aufgelesen, die beim Versuch über die Grenze zu kommen einfach zurück gelassen wurden. Dehydriert, orientierungslos, verletzt. Zuvor hatten sie mehrere tausend Dollar an Schmuggler gezahlt, doch das alleine war keine Garantie. Die Kinder stammen, so die mexikanischen Behörden, aus mehreren mittelamerikanischen Ländern. Immer öfter werden Kinder alleine auf die lange und beschwerliche Reise Richtung Norden geschickt, um dort einen Job zu finden. Die Amerikaner verschließen vor diesem Problem ihre Augen, es sei ein mexikanisches Problem, heißt es in Washington. Eine von Präsident Obama angedachte Reform des Einwanderungsgesetzes – längst überfällig – wurde erneut vertagt, verschoben, verpasst. In dieser Legislaturperiode wird nichts mehr passieren. Warum? Weil man sich in Washington nicht einig wird. In der Wüste werden deshalb weiter Menschen sterben, die eigentlich nur dem „American Dream“ folgen.

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