Kormorane wollen nicht umziehen

Die neue Bay Bridge zwischen Oakland und San Francisco war nicht gerade billig. 6, 4 Milliarden Dollar kostete der Neubau auf der Ostseite. Damit lag man rund fünf Milliarden Dollar über dem angepeilten Preisschild. Doch schön sieht sie aus. Ganz weiß, nachts beleuchtet, nett anzusehen. In einer weiter nach rechts reichenden Biegung sieht man sogar hinter Treasure Island die Golden Gate Brücke vor sich. Beeindruckend.

Neben dem Neubau steht noch die alte Stahlkonstruktion aus den frühen 30er Jahren. Rostig und schon teilweise abgetragen. Doch man ist schon jetzt – mal wieder – hinter dem Zeitplan und es wird noch schlimmer, denn die alte Bay Bridge hat Untermieter, die nicht gestört werden dürfen. Seit 1984 nisten Kormorane im Unterbau der Stahlbrücke. Damals kamen sie aus Alaska, Mexiko und Nova Scotia. Warum ist nicht so klar, aber so geht es vielen hier, die in der Bay Area hängen bleiben. Irgendwie fanden sie die Stahlträger mit Aussicht auf den Oakland Hafen klasse und blieben. Das Problem ist nun, die Vögel sind unter kalifornischem und US Gesetz geschützt und dürfen während der Brutzeit nicht gestört werden.

700.000 Dollar hat Caltrans bereits für eine Umziehaktion ausgegeben. Unter dem neuen Brückenteil wurden extra Träger eingezogen, schöne, frische Nistplätze, doch die Vögel wollen nicht so, wie sich das die Ingenieure gedacht haben. Sie bleiben lieber da, wo sie sind und verzögern damit den Brückenabriss. Nun hat Caltrans weitere 12,9 Millionen Dollar eingeplant, diesmal allerdings für zusätzliche Bauarbeiter, die die verlorene Zeit wieder reinholen sollen. Noch ist unklar, wann die Arbeiten weitergehen können, denn noch lachen sich die Kormorane einen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Um zu überprüfen, dass Sie eine reale Person und kein Spam-Roboter sind, lösen Sie bitte vor dem EINTRAGEN die nachfolgende kleine Rechenaufgabe, das sogenannte CAPTCHA *