Das gedruckte Wort ist Gold wert

Die Pulitzer Preis Gewinner 2014 wurden nun bekannt gegeben. Die Washington Post und der Guardian US, der Boston Globe, die Tampa Bay Times, die Gazette (Colorado Springs), Reuters, die Detroit Free Press, der Philadelphia Inquirer, der Oregonian, der Charlotte Observer, die New York Times und der Center for Public Integrity. Sie alle wurden mit dem wichtigsten Preis im Printjournalismus geehrt. Ganz verschiedene Themenbearbeitungen und Recherchen wurden ausgezeichnet. Zum Teil arbeiteten Journalisten mehrere Jahre an einem Thema, um diese besondere, ihre, Geschichte, diese News Story, zu veröffentlichen.

Nachrichten kosten viel Energie, Aufwand und auch Geld. Wer sich diese Liste von Gewinnern ansieht, der merkt, dass hier noch immer Zeitungen viel Geld investieren, um einem „Lead“, einer ersten Vermutung zu folgen. Gott sei Dank! Daraus entwickelt sich dann eine Geschichte, ein Artikel, ein wichtiger Teil einer lebendigen Demokratie. Wie die NSA Berichterstattung zeigt, ist das manchmal mit erheblichen Gefahren verbunden. Und doch, Journalisten berichten, Zeitungen, wie auch Radiostationen und Fernsehsender, veröffentlichen und senden, Politiker und Behörden müssen reagieren.

Nachrichten sind kostenlos, sie passieren einfach. Doch die Berichterstattung darüber kann nicht kostenfrei sein. Eine Webseite mit den News im Schnelldurchlauf, ein Blogger, der lediglich Ereignisse subjektiv kommentiert, youtube, twitter und facebook können das nicht leisten, was Journalisten in monatelanger Kleinstarbeit, wie in einem Puzzlespiel zusammensetzen. Wer glaubt, Zeitungen haben sich überlebt, der verkennt die Macht des gedruckten Wortes.

Die Zeitungsindustrie steckt hier und auf der anderen Seite des Atlantiks in einer tiefen Krise. Redaktionen werden zusammen gelegt, Reformen durchgeführt, Einsparungen radikal durchgesetzt. Manchmal gleicht das einem Kahlschlag, der nur noch ein Gerippe von dem übrig läßt, was eine Zeitung eigentlich ausmacht – zu berichten, was passiert. Zu analysieren, was passiert. Zu kommentieren, was passiert. Und eben auch, die Möglichkeit schaffen, investigativ Themen, Ereignisse, Personen zu betrachten. Dafür stehen Zeitungen und genau das wird jedes Jahr mit den Pulitzer Preisen in den USA ausgezeichnet. Leser, Hörer, Zuschauer sollten sich also entscheiden, ob ihnen auch in Zukunft eine lebendige, kritische, unabhängige Medienlandschaft eine paar Euro und Dollar wert ist. Irgendwie lässt sich alles ganz einfach mit den Worten von Joseph Pulitzer sagen:
“Our Republic and its press will rise or fall together.”

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