Michelle Obama soll bleiben, wo der Pfeffer wächst

Vor 60 Jahren fällte das amerikanische Verfassungsgericht ein wegweisendes Urteil. Hinter „Brown vs. Board of Education“ verbirgt sich ein Ende der Rassentrennung in amerikanischen Schulen. 1951 hatten 13 Eltern für ihre 20 Kinder geklagt, einer davon war der Vater Oliver L. Brown, dessen Tochter jeden Tag mit dem Bus in eine „schwarze“ Grundschule gekarrt werden mußte, obwohl in unmittelbarer Nachbarschaft eine „weiße“ Schule war. Brown lebte damals in Topeka, Kansas und klagte gegen die staatliche Schulaufsichtsbehörde, „Board of Education“. Im Juni 1954 kam dann das Urteil, das eigentlich die Trennung der Schüler aufheben sollte, doch in etlichen Bundesstaaten gab es Proteste. Politiker schlossen lieber Schulen als sie für afro-amerikanische Kinder zu öffnen.

Nun also der 60. Jahrestag dieses Urteils. In Topeka wollte man dieses durchaus historische Ereignis angemessen feiern und fragte im Weißen Haus an, ob die First Lady, Michelle Obama, die Festrede bei der Abschlußfeier der  High School Schüler halten würde. Und Michelle Obama willigte nur zu gern ein. Was als Freudentag gedacht war, entwickelt sich immer mehr zu einer Kopfschmerzparty. Eine Unterschriftenaktion will den Besuch der First Lady stoppen. Rund 1500 Leute haben schon unterzeichnet. Sie stört nicht der Besuch der Präsidentengattin an sich, das zumindest wird behauptet. Eher, dass durch die Teilnahme von Michelle Obama das Kartenkontingent für die Schüler und ihre Angehörigen stark beschränkt wird. Hinzu komme, so die Initiatoren der Aktion, dass an diesem „besonderen Tag“ der Schüler das Augenmerk nicht mehr auf dem erreichten Abschluß liege, sondern auf dem historischen Ereignis.

Vergessen wird dabei, dass das eine ohne das andere kaum möglich gewesen wäre. Geschichte, besonders diese, hat sehr wohl etwas mit Schulabschlüssen heute zu tun. Kansas hat in den USA sowieso den Ruf etwas anders zu ticken. Kansas ist der Bundesstaat, in dem die biblische Schöpfungslehre als Ausgang allen Lebens gelehrt wird. Die Evolutionstheorie wird nur nebenbei behandelt und ist nicht verpflichtend für Schüler.

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