Deutsche Geschichte am Golden Gate

Seitdem ich zum ersten mal 1987 in San Francisco war, interessiert mich, welchen Anteil die Deutschen an der Geschichte San Franciscos und Nordkaliforniens gehabt haben. Immer wieder höre ich Geschichten, stoße auf Namen, die Deutsch klingen, und bohre dann nach. Nun stand ein Artikel im San Francisco Chronicle, der für all das steht, was hier passiert. Die reiche deutsche Geschichte am Golden Gate fällt der Abrissbirne zum Opfer. Was weg ist, ist weg.

Nach 15 Jahren Hick-Hack hat man sich nun geeinigt, dort, wo noch die Überreste der „Schlage Lock Factory“ stehen, Neubauten mit Sozialwohnungen und zwei Parks entstehen zu lassen. Schlage? Ja, der Name geht auf Walter Reinhold Schlage zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts mit Umweg England aus Deutschland einwanderte. 1920 gründete er nach etlichen Patenten seine Schlossfabrik in Bayview Hunters Point, damals die Hafengegend von San Francisco.

1946 starb Walter Schlage. Seine Firma existierte weiter und wurde eine der wichtigsten Schlossfabriken in den USA, gerade als in Amerika die Kriminalitätsrate anstieg. 1974 erwarb die Ingersoll-Rand Company aus New Jersey „Schlag Lock Company“. Die Produktion wurde vor allem nach Mexiko und China verlagert.

Mit dem Abriss des Schlage Geländes am Bayshore Boulevard geht ein weiteres Stück der deutschen Geschichte in der Bay Area verloren, bevor überhaupt jemand mit der Dokumentation all der Spuren begonnen hat. Auch wenn es nur ein Fabrikgelände ist, ist es doch ein Puzzlestück in einem größeren Bild, dem man durchaus aus deutscher Sicht Beachtung schenken sollte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Um zu überprüfen, dass Sie eine reale Person und kein Spam-Roboter sind, lösen Sie bitte vor dem EINTRAGEN die nachfolgende kleine Rechenaufgabe, das sogenannte CAPTCHA *