„Breaking Bad“ in California

Wenn man durchs Central Valley von Kalifornien fährt, dann ist man froh im Süden die Tehachapi Berge oder im Norden den Altamont Pass zu erreichen. Interstate 5 ist die Hauptverkehrsader in Kalifornien, schnurgerade durch Farmland gebaut. Im Sommer ist es extrem heiß, im Winter wabern hier undurchsichtige Nebelbänke herum. Und ansonsten herrscht Langeweile, wenn man da auf offener Strecke eine Meile nach der anderen abfährt.

Das Central Valley wurde bekannt für Farmproteste und seine Bakersfield Country Music Szene. Ansonsten gibt es nicht viel im Gemüsegarten Amerikas. Doch hier hat sich seit Jahren auch eine weitverzweigte Gangkultur breit gemacht. Banden, zwischen Los Angeles und der San Francisco Bay Area mit engen Kontakten zu den Drogensyndikaten in Nordmexiko nutzen die verschlafene Ruhe für sich aus. Der Interstate 5 ist auch zu einer Ader zu den Drogenbaronen südlich der Grenze geworden. Und das hat sich immer mehr zu einem Problem in Kalifornien entwickelt. Die Drogenfahnder griffen durch und konnten so unzählige an Meth Laboren ausfindig machen, in denen die Crystals, ganz in „Breaking Bad“ Manier gekocht wurden.

Beschlagnahmte "Tequila" Flaschen mit Meth-Flüssigkeit.

Beschlagnahmte „Tequila“ Flaschen mit Meth-Flüssigkeit.

Die Kartelle haben darauf allerdings reagiert und das lukrative Business in den Süden verlegt, auf die andere, die sichere Seite der Grenze. Dort wird gekocht und alles verflüssigt. Das Meth wird dann in Tequila- und Saftflaschen gefüllt und harmlos verpackt über die Grenze nach Norden gebracht. Im Central Valley wird dann in Kleinstlabors, meist mitten in Wohngebieten, die Flüssigkeit in die verkaufsfertige Droge umgewandelt.

Immer öfters finden daher Polizisten und Ermittler in Kofferräumen von Autos Richtung Norden ganze „Tequila“ Kisten. Auch die Grenzbeamten ziehen an den Übergängen mehr und mehr Schmuggler in den Warteschlangen raus, die mit verdächtigen Flaschen auffallen. Im vergangenen Jahr stoppte die Border Patrol einen 16jährigen am Grenzübergang in San Diego, der erklärte, die Gallone bei sich sei wirklich Apfelsaft. Um das zu prüfen nahm er einen kräftigen Schluck und schrie sofort auf vor Schmerzen. Nach einigen qualvollen Stunden verstarb der Jugendliche.

Die mexikanischen Drogenkartelle kontrollieren das lukrative Geschäft im Norden. Über das Central Valley wird der gesamte amerikanische Westen abgedeckt. Man kann heute ohne Zweifel sagen, dass der in dern 80er Jahren ausgerufene „War on Drugs“ eine Totalniederlage für Amerika ist. Eine Verschwendung von Geldern, Energie und Ressourcen und obendrein noch eine Kriminalisierung weiter Teile der US Bevölkerung. Gebracht hat er so gut wie gar nichts. Bloß, das will niemand so offen eingestehen.

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